Tuesday, 7. February 2012 | 21:23 CET

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© MSF | 500 Einwanderern aus dem subsaharischen Afrika wurden von marokkanischen Sicherheitskräften in der Wüste ausgesetzt und sich selbst überlassen
Veröffentlicht am 13.10.2005
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Immigranten von medizinischer Hilfe abgeschnitten

Ärzte ohne Grenzen fordert ungehinderten Zugang zu rund 1.000 Immigranten aus Ländern südlich der Sahara, um diese medizinisch zu versorgen. Ein Teil der Menschen war zuvor von der Regierung Marokkos in die Wüste nahe der südöstlichen Grenze des Landes gebracht worden, wo Ärzte ohne Grenzen sie ohne Wasser und Nahrungsmittel angetroffen hatte. Nun sind die Immigranten nach tagelanger Reise in der Nähe der Stadt Goulimine angekommen. Dort sind sie jedoch bislang von jeglicher medizinischer Hilfe abgeschnitten.

Goulimine liegt rund 1.500 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Rabat. Die Einwanderer waren knapp eine Woche unter unmenschlichen Bedingungen unterwegs und wurden von den Behörden Marokkos an immer neue Orte gebracht. Ärzte ohne Grenzen folgte den Immigranten über mehr als 2.500 Kilometer und fordert, dass sie menschlich behandelt werden. Dazu gehört medizinische Versorgung, Trinkwasser, Nahrung, Unterkunft und menschenwürdige Behandlung.

"Die Betroffenen sind vollständig erschöpft. Unter ihnen befinden sich Kranke, Verletzte, Schwangere und Kinder, die sofortige medizinische Behandlung benötigen", sagt Javier Gabaldón, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Marokko.



Die Einwanderer hatten sich eigentlich über die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta auf den Weg nach Europa machen wollen und waren dabei von den marokkanischen Behörden aufgegriffen worden.



"Die Regierung Spaniens und die Europäische Union dürfen sich in Zukunft nicht mehr mit Absichtserklärungen und Versprechungen der marokkanischen Regierung zufrieden geben", fordert Rafael Vila-Sanjuan, Generaldirektor der spanischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. "Das Schicksal von knapp 1.000 Menschen ist heute unklar, und Ärzte ohne Grenzen darf nicht einmal medizinische Hilfe leisten. Die internationale Gemeinschaft sollte von Rabat größere Transparenz verlangen."



Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1998 in Marokko und konzentriert sich dort auf medizinische und humanitäre Hilfe für illegale Einwanderer aus Ländern südlich der Sahara. Diese leben meist in Wäldern und im Umland der spanischen Exklaven.

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