März 2003: Sandsturm in Bagdad und mittendrin Peter Grohr. Der Kärntner Anästhesist im Wiener Hanusch-Krankenhauses war für Ärzte ohne Grenzen einen Monat im irakischen Kriegsgebiet im Einsatz.
In dieser Fotoslideshow finden Sie einen Jahresrückblick über das Jahr 2003 aus der Sicht einer humanitären Organisation.
Jänner
Im Dezember 2002 wird in der Demokratischen Republik Kongo ein Friedensabkommen geschlossen. Dennoch kommt das große zentralafrikanische Land nicht zur Ruhe. Anhaltende Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen zwingen Zehntausende Menschen aus dem Nordosten des Landes zur Flucht. Viele suchen Schutz in der Stadt Beni. Ärzte ohne Grenzen stellt dort dringend benötigte Hilfsmittel zur Verfügung und versorgt die Menschen medizinisch.Foto: MSF/Carle Alexandre
Februar
Sechs Monate dauert die Entführung unseres Kollegen Arjan Erkel nun schon an. Er war als Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen in Dagestan, einer Republik der Russischen Föderation, tätig. Die Europäische Union in Brüssel fordert die Russische Regierung in einer öffentlichen Erklärung erneut dazu auf, "mit allen erdenklichen Mitteln die sofortige Freilassung von Arjan Erkel sicherzustellen". Ärzte ohne Grenzen startet eine weltweite Unterschriftenkampagne für Arjan Erkel. Trotz aller Bemühungen ist Arjan Erkel bis zum heutigen Tag nicht freigekommen.Foto: MSF
März
Seit Beginn des US-geführten Kriegs gegen den Irak befindet sich ein sechsköpfiges Team von Ärzte ohne Grenzen vor Ort. Unter ihnen auch der Kärntner Anästhesist Peter Grohr. Die Mitarbeiter unterstützen das Personal des "Al-Kindi"-Krankenhauses. Nach dem Ende des Kriegs arbeitet Ärzte ohne Grenzen vor allem in den Vierteln eines armen Gebietes in Sadr Stadt, in dem es an jeglicher Gesundheitsversorgung fehlt.Foto: Kate Holt/IRCM
April
In der Elfenbeinküste kommt es immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Seit Oktober 2002 hat Ärzte ohne Grenzen deswegen die Aktivitäten in dem westafrikanischen Land verstärkt und ruft im April die beteiligten Konfliktparteien dazu auf, die Unversehrtheit der Zivilbevölkerung zu respektieren. Im Krankenhaus von Man versorgen die Teams die Verwundeten. Sie geben an, dass sie Opfer von Hubschrauberangriffen in Danane und Maheupleu geworden seien.Foto: MSF/Peter Caesar
Mai
Ärzte ohne Grenzen ruft den Präsidenten der Republik Inguschetien sowie die russischen Bundesbehörden auf, die tschetschenischen Vertriebenen nicht zu einer Rückkehr zu zwingen. Laut einer Studie wollen 98 Prozent aller Tschetschenen, die in Inguschetien in Zelten leben, nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die meisten fürchten in Tschetschenien um ihr Leben. Immer wieder macht Ärzte ohne Grenzen auf die dramatische humanitäre Lage im Kaukasus aufmerksam und fordert ein Bleiberecht und Schutz für die tschetschenischen Vertriebenen sowie angemessene Unterbringung in Zeltlagern und Unterkünften.Foto: MSF/Gazelle Gaignaire
Juni
G8-Treffen in Evian: Ärzte ohne Grenzen fordert die Regierungen dazu auf, ihren finanziellen Zusagen für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria nachzukommen. Allein in diesem Jahr fehlen dem Fonds 1,4 Milliarden US-Dollar. Mit der Einzahlung von zwölf Millionen US-Dollar stellt Deutschland das Schlusslicht unter den G8-Staaten dar.Foto: MSF
Juli
Bereits im Mai kommt es im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo zu schweren Unruhen. Ärzte ohne Grenzen nimmt trotz angespannter Lage die Arbeit in der Stadt Bunia (Region Ituri) wieder auf und baut ein Gesundheitszentrum mit chirurgischer Abteilung auf, wo Patienten mit Kriegsverletzungen behandelt werden. Trotz der Anwesenheit von UN-Truppen sowie der multinationalen Eingreiftruppe kommt es in Bunia auch im Juli noch immer zu Vergewaltigungen, gewaltsamen Übergriffen und Plünderungen.Foto: MSF/Livio Senigalliesi
August
Im Sommer spitzt sich die Lage in Liberia und vor allem auch in der Hauptstadt Monrovia zu. Die Situation für die Bevölkerung in der umkämpften Stadt ist dramatisch. Nachdem das letzte öffentliche Krankenhaus evakuiert werden musste, errichtet Ärzte ohne Grenzen auf dem Gelände der Organisation provisorische Notkliniken. Aber auch außerhalb der Stadt wird gekämpft: Aus Montserrado County strömen über 20.000 Vertriebene nach Monrovia ins Samuel Doe Stadion. Ärzte ohne Grenzen unterhält dort weiterhin eine Gesundheitsstation, betreut Cholera-Patienten und sorgt für die Wasserversorgung.Foto: MSF/Ryo Kameyama
September
Diskriminierung, Gewalt und Zwangsarbeit haben in den Jahren 1991-1992 eine Massenflucht von mehr als 250.000 muslimischen Rohingya aus Myanmar (Burma) ausgelöst. Heute leben noch rund 19.000 Rohingya in zwei Flüchtlingslagern in Bangladesch nahe Cox Bazar. Nachdem das Gesundheitsministerium von Bangladesch und der UNHCR dort die medizinische Versorgung übernommen haben, beendet Ärzte ohne Grenzen die elfjährige medizinische Arbeit in den Lagern. Bangladesch versucht mit Schikanen und Einschüchterungen Tausende von Rohingya-Flüchtlingen zur Rückkehr nach Myanmar zu zwingen.
Oktober
Allein im Oktober 2003 kommen 600 Flüchtlinge auf der süditalienischen Insel Lampedusa an. Viele der von Libyen aus über das Meer fliehenden Menschen sterben bei der Überfahrt nach Europa. Ärzte ohne Grenzen fordert die italienische Regierung dazu auf, ihrer Verantwortung für das Schicksal dieser Menschen gerecht zu werden. Nach wie vor ist die Aufnahme der Flüchtlinge nicht organisiert, sie erhalten kaum Unterstützung und keinerlei Auskünfte über ihre Rechte.Foto: Francesco Cocco/CONTRASTO
November
Mit großer Freude begrüßt Ärzte ohne Grenzen die Verabschiedung des nationalen Aids-Behandlungsplans durch die südafrikanische Regierung. Der Plan sieht die sofortige landesweite Einführung der Behandlung von HIV/Aids-Patienten mit lebensverlängernden antiretroviralen Medikamenten vor. Mit Pilotprojekten wie dem im Township Khayelitsha zeigt Ärzte ohne Grenzen bereits seit längerer Zeit, dass eine solche Therapie auch in ärmeren Ländern mit weniger ausgeprägter Infrastruktur erfolgreich durchführbar ist.Foto: MSF/Eric Miller
Dezember
Im Iran erschüttert ein schweres Erdbeben die Stadt Bam. Ärzte ohne Grenzen ist bereits am gleichen Tag vor Ort und schickt u.a. Dialysegeräte in das Chafa-Krankenhaus in Kerman. Nierenspezialisten helfen dort bei der Behandlung des so genannten Crush-Syndroms, das infolge einer Verschüttung entstehen kann. Eiweißpartikel aus dem gequetschten Muskelgewebe können die feinen Gefäße der Nieren verstopfen und zu Nierenversagen führen. Nur eine schnell eingeleitete Dialyse-Therapie sichert das Überleben der betroffenen Menschen.Foto: MSF/Tim Dirven
Veröffentlicht am 13.01.2004
Jahresrückblick 2003 in Bildern
Das Team von Ärzte ohne Grenzen bedankt sich für das tolle Engagement aller Beteiligten die ermöglicht haben, dass auch 2003 vielen Menschen rund um den Globus geholfen werden konnte. Darunter sind Opfer des Bürgerkriegs in Liberia ebenso wie Aids-Patienten in Malawi oder Kambodscha. Dazu gehören Not leidende Menschen in Afghanistan und unterernährte Kinder auf den Philippinen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Wir wünschen allen Spendern, Mitgliedern und Unterstützern ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2004!