01.12.2007:
Jänner: Eröffnung von chirurgischen Programmen in srilankischem Konfliktgebiet
Im Jänner 2007 erhält Ärzte ohne Grenzen die Erlaubnis der srilankischen Regierung, in die Konfliktgebiete im Norden des Landes zurückzukehren. Umgehend werden drei chirurgische Programme in Point Pedro, Vavuniya und Mannar eröffnet, wo die Bevölkerung durch anhaltende Kämpfe praktisch vom Rest des Landes abgeschnitten ist und großer Bedarf an medizinischer Hilfe besteht.Foto: © Henk Braam
Februar: Hilfe nach Überschwemmungen in Jakarta
Starke Regenfälle führen zu schweren Überschwemmungen in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Mit mobilen Kliniken leistet Ärzte ohne Grenzen medizinische Soforthilfe, logistische Teams verteilen Hilfsgüter an Menschen, die vor den Wassermassen fliehen mussten.Foto: © Katrin Friedrich/MSF
März: Massenimpfungen im Meningitis-Gürtel
In den ersten Monaten des Jahres 2007 breitet sich eine Meningitis-Epidemie über den als "Meningitis-Gürtel" bekannten Großraum zwischen Senegal und Äthiopien aus. Ärzte ohne Grenzen impft Hunderttausende Menschen gegen die tödliche Krankheit und behandelt Patienten, die bereits infiziert sind.Foto: © Michael Goldfarb/MSF
April: Anhaltende Gewalt und Vertreibungen im Tschad und in Darfur
Immer wieder kommt es im Osten des Tschads zu bewaffneten Angriffen auf Dörfer. Mehr als 100.000 Menschen befinden sich in dieser Region auf der Flucht, die auch Zuflucht für Hunderttausende Flüchtlinge aus dem benachbarten Darfur bietet. Ärzte ohne Grenzen leistet in mehreren Vertriebenen- und Flüchtlingslagern Hilfe.mehr InformationenAuch in Darfur kommt es indes fast täglich zu neuen Vertreibungen, manche Gebiete bleiben für humanitäre Organisationen aufgrund anhaltender Kämpfe unerreichbar.Foto: © Alois Hug
Mai: Instabilität in Somalia
Hunderttausende Menschen fliehen in der ersten Jahreshälfte vor der Gewalt in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Ärzte ohne Grenzen leistet Hilfe für Vertriebene und behandelt Kranke und Verletzte in Ambulatorien in und um Mogadischu.Foto: © Jehad Nga
Juni: Ärzte ohne Grenzen beim G8-Gipfel in Heiligendamm
Anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm weist Ärzte ohne Grenzen auf den fehlenden Zugang vieler Menschen zu lebenswichtigen Medikamenten hin und fordert neue Wege in der Pharmaforschung, die zu monopolfreien und damit bezahlbaren Medikamenten führen. mehr InformationenIn der Zentralafrikanischen Republik kommt es am Montag den 11. Juni zu einem tragischen Zwischenfall: Ein Fahrzeug von Ärzte ohne Grenzen gerät bei einer Erkundungsfahrt im Norden des Landes in einen Schusswechsel, die 27 jährige Logistikerin Elsa Serfass wird tödlich verletzt. Ärzte ohne Grenzen trauert mit ihrer Familie und ihren Freunden.Foto: © Christian Frey
Juli: Hilfe nach Monsunregen und Zyklon Yemyin in Pakistan
Nach schweren, durch heftige Monsunregenfälle und den Zyklon Yemyin ausgelösten Überschwemmungen hilft Ärzte ohne Grenzen den Betroffenen mit mobilen Kliniken, richtet Behandlungsstationen für Menschen mit Durchfallerkrankungen ein und verteilt Hilfsgüter und Lebensmittel.Foto: © MSF
August: Hilfe nach schwerem Erdbeben in Peru, Klage von Novartis abgelehnt
In der Nacht des 15. August wird die peruanische Küste von einem schweren Erdbeben erschüttert. Ärzte ohne Grenzen startet einen Noteinsatz, per Flugzeug werden vier Tage nach dem Beben zwölf Tonnen Hilfsgüter in die Region gebracht. Zwei Wochen später treffen Hilfsteams der Organisation im Erdbebengebiet immer noch auf Menschen, zu denen bis dahin keine Hilfe durchgedrungen ist. Ärzte ohne Grenzen macht auf die inakzeptable Lage der Bevölkerung in der vom Erdbeben stark beschädigten Stadt Guadelupe aufmerksam.mehr InformationenMit großer Erleichterung nimmt Ärzte ohne Grenzen zur Kenntnis, dass der Gerichtshof in Chennai eine Patentrechtsklage des Schweizer Pharma-Konzerns Novartis abgewiesen hat, die den Zugang zu kostengünstigen Medikamenten für Millionen Menschen in ärmeren Ländern erschwert hätte. Mehr als 420.000 Menschen weltweit hatten zuvor eine Petition von Ärzte ohne Grenzen gegen das Vorgehen von Novartis unterschrieben und damit vor den weltweiten Folgen dieser Klage gewarnt.Foto: © David Levene
September: Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo
Ärzte ohne Grenzen entsendet nach dem Bekanntwerden von Ebola-Fällen ein Notfallteam in die Provinz West Kasai in der Demokratischen Republik Kongo. Bis Ende Oktober kann der Ausbruch durch die Isolation von Erkrankten und umfassende Desinfektions- und Aufklärungsmaßnahmen unter Kontrolle gebracht werden.mehr Informationen Hilfe im IrakEnde des Monats veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen Augenzeugenberichte von Patienten aus einem Hilfsprogramm im Norden des Irak. Trotz der schwierigen Sicherheitslage ist die Organisation entschlossen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu tun, um der irakischen Bevölkerung zu helfen: Ärzte ohne Grenzen beliefert Krankenhäuser in verschiedenen Teilen des Landes mit Material und Medikamenten und führt Schulungen für medizinisches Personal durch. In drei Krankenhäusern im kurdischen Norden sind Chirurgen der Organisation direkt im Einsatz. In Jordanien führt Ärzte ohne Grenzen im Rahmen eines Chirurgie-Programms Gesichts- und plastische Operationen für Kriegsopfer aus dem Irak durch. mehr InformationenFoto: © Pascale Zintzen
Oktober: Kampagne für neue Ansätze in der Behandlung von Mangelernährung, Bericht über Gewalt in Ituri veröffentlicht
Zum Welternährungstag am 16. Oktober lanciert Ärzte ohne Grenzen eine Kampagne, damit neue Ansätze in der Behandlung von Mangelernährung in den betroffenen Gebieten flächendeckend angewendet werden. mehr InformationenEnde Oktober veröffentlicht Ärzte ohne Grenzen einen dramatischen Bericht über Gewalt in der kongolesischen Provinz Ituri. Im Rahmen von militärischen Operationen im Zusammenhang mit dem Friedensprozess kommt es dort zu einer Häufung von Gewaltakten, zu Plünderungen, Brandschatzungen und Vergewaltigungen. Die Gewalt richtet sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung.Foto: © Michael Goldfarb
November: Schwere Überschwemmungen in Mexiko und Bangladesch
Im November kommt es sowohl in Mexiko, als auch in Bangladesch zu schweren Überschwemmungen, von denen insgesamt Hunderttausende Menschen betroffen sind. Einsatzteams von Ärzte ohne Grenzen leisten medizinische Hilfe, errichten Infrastruktur zur Wasserversorgung und verteilen als Nothilfemaßnahme Hilfsgüter wie Planen, Hygiene-Kits und Nahrungsmittel.Foto: © Fred Baldini/MSF
Dezember: Welt-Aids-Tag, Ebola in Uganda
Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember zieht Ärzte ohne Grenzen Bilanz über den Kampf gegen die Pandemie und machte mit einer Fotoausstellung in Wien auf die Notwendigkeit aufmerksam, den Betroffenen Zugang zu existierenden Therapieformen zu ermöglichen. Weltweit behandelt Ärzte ohne Grenzen über 100.000 HIV/Aids-Patienten in mehr als 30 Ländern mit antiretroviralen Medikamenten.Im Westen Ugandas werden einige Wochen nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo erneut Fälle der tödlichen Krankheit bekannt. Ärzte ohne Grenzen startet umgehend einen Nothilfeeinsatz und arbeitet daran, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen.Foto: © Pep Bonet
Veröffentlicht am 19.12.2007
Jahresrückblick 2007 in Bildern
Schwere Überschwemmungen in Indonesien, Ost-Afrika, Pakistan, Bangladesch und Mexiko, Erdbeben auf Sumatra und in Peru, Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda, anhaltende Konflikte in Sri Lanka, Kolumbien, Darfur, Somalia, dem Tschad und der Demokratischen Republik Kongo – das sind nur einige der humanitären Krisen, in denen Ärzte ohne Grenzen im Jahr 2007 Hilfe leistete. Auch abseits dieser Noteinsätze arbeiten Hilfsteams täglich daran, den Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten. So behandelt Ärzte ohne Grenzen derzeit beispielsweise mehr als 100.000 HIV/Aids-Patienten in mehr als 30 Ländern mit antiretroviralen Medikamenten und führte im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Malaria-Behandlungen durch.
Über die Pfeile gelangen Sie zu zwölf Bildern, die stellvertretend für einige herausragende Einsätze des Jahres 2007 stehen.