Tuesday, 22. May 2012 | 22:20 CEST

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Foto: © Dirk Jan Visser
Veröffentlicht am 17.02.2009
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Jenseits der Cholera: Simbabwes Krise verschlimmert sich

Jeden Tag überqueren Menschen aus Simbabwe den Fluss Limpopo in Richtung Südafrika. Bei der Flucht aus ihrer Heimat riskieren sie ihr Leben. Rund drei Millionen Simbabwer haben in Südafrika Zuflucht gesucht. Es ist die größte Fluchtbewegung, die Afrika in einem Land ohne offenen Konflikt je erlebt hat.Die politische Krise und der daraus folgende Kollaps der Wirtschaft haben zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems und der Infrastruktur geführt. Infolgedessen kam es zu einem massiven Choleraausbruch ungekannten Ausmaßes, der Tausende Menschenleben forderte. Doch die Cholera ist nur ein Aspekt einer humanitären Krise, die weit mehr umfasst: schlechten Zugang zu medizinischer Versorgung, eine zerstörte Infrastruktur, hohe Prävalenz von HIV, politische Gewalt, Vertreibung sowohl innerhalb des Landes als auch in Nachbarländer, außerdem Nahrungsmittelmangel, der zu Mangelernährung führt. Die Situation ist keineswegs neu, aber sie hat sich in den letzten Monaten signifikant verschlechtert, als die Politik immer tiefer in die Sackgasse geriet und die Wirtschaft immer rascher zerfiel. Noch schlimmer wurde sie dadurch, dass es keine starke und koordinierte internationale Reaktion auf die humanitäre Not gab.

In dem heute (17. Februar 2009) veröffentlichten Bericht "Beyond Cholera: Zimbabwe`s Worsening Crisis" (an diesem Artikel angehängt) beschreibt Ärzte ohne Grenzen den katastrophalen Zustands des Gesundheitssystems Simbabwes und der kollabierenden Infrastruktur des Landes. Ärzte ohne Grenzen appelliert an die Regierung Simbabwes, vorhandene Barrieren sofort zu beseitigen und eine unabhängige Einschätzung der Bedürfnisse zu erleichtern, um die notwendige humanitäre und medizinische Hilfe zeitgerecht zu ermöglichen. Die Organisation fordert auch die internationale Gemeinschaft dazu auf, den Unterschied zwischen politischen Zielen und der dringenden humanitären Notwendigkeit zu respektieren, die benötigte Unterstützung für die Bevölkerung Simbabwes zu sichern.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit dem Jahr 2000 in Simbabwe und leistet zusätzlich seit 2007 medizinische Hilfe für Simbabwer, die nach Südafrika fliehen. Seit Beginn eines schweren Cholera-Ausbruchs im August 2008 hat Ärzte ohne Grenzen 45.000 Menschen gegen die Krankheit behandelt. Außerdem versorgt Ärzte ohne Grenzen in Simbabwe 40.000 HIV/Aids-Patienten, davon 26.000 mit antiretroviraler Therapie (ART), und leistet Ernährungshilfe für schwer unterernährte Kinder.

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