Kältewelle in Bolivien und Peru
Ärzte ohne Grenzen stellt medizinische Hilfe bereit und verteilt dringend benötigte Medikamente, Nahrungsmittel und Decken.
Straßen unpassierbar
Seit Anfang Juli werden das Department Potosi im Süden Boliviens sowie der Süden Perus von eine Kältewelle mit starken Schneefällen und Stürmen heimgesucht. Nach offiziellen Angaben sind etwa 10.000 Bolivianer und 44.000 Peruaner von der Außenwelt abgeschnitten oder in anderer Weise von dem extremen Kälteeinbruch betroffen. Unpassierbare Straßen erschweren die humanitäre Hilfe. Vor allem Dörfer in mehr als 4.000 Metern Höhe sind oft nur noch mit dem Helikopter zu erreichen.
Lebensgrundlage gefährdet
Temperaturen von bis zu -20°C und schwere Schneefälle haben in den betroffenen Gebieten zu einem Anstieg akuter Atemwegsinfektionen geführt. Außerdem fürchten die Menschen um ihre Lebensgrundlage, die auf Viehzucht und Landwirtschaft basiert. Viele Viehherden sind bereits in Folge von Kälte und eingeschneiten Weidegründen gestorben.
Ärzte ohne Grenzen hilft
Ärzte ohne Grenzen hat Hilfsaktionen für die Provinz Sud Lipez im Department Potosi/Bolivien und im Department Puno/Peru gestartet. Die Mitarbeiter führen Behandlungen durch und stellen Medikamente wie Antibiotika und fiebersenkende Mittel sowie medizinisches Material für Gesundheitsposten bereit. Außerdem werden Nahrungsmittel und Decken verteilt.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet bereits seit 1985 in Peru und seit 1986 in Bolivien in verschiedenen Projekten und ist immer wieder in akuten Nothilfesituationen eingesprungen.

