Tuesday, 7. February 2012 | 20:41 CET

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In einer groß angelegten Impfkampagne werden im Süden Äthiopiens nach Auftreten von ersten Menigitis-Fällen bis zu 100.000 Menschen gegen die Krankheit immunisiert. Die Impfungen werden von Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit dem äthiopischen Gesundheitsministerium durchgeführt.Foto: © Petros Kokkinos
Veröffentlicht am 17.02.2006
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Kampf gegen Meningitis-Epidemie

Die ersten Fälle von Meningitis (Gehirnhautentzündung) sind in der ersten Jännerwoche in zwei Bezirken im Süden Äthiopiens gemeldet worden. Innerhalb von vier Wochen stiegen die Zahlen auf 89 Fälle im Bezirk Kendo Kocha und 52 in Bolo Sore mit 13 bzw. drei Todesopfern. Ärzte ohne Grenzen hat schnell auf diese Krise reagiert und gemeinsam mit dem äthiopischen Gesundheitsministerium die Behandlung sichergestellt und eine groß angelegte Impfkampange lanciert.

Um die Epidemie einzudämmen wurde eine Impfkampagne für sämtliche Einwohner zwischen zwei und dreißig Jahren, die zuvor noch nicht geimpft wurden, organisiert. Die Impfaktion startete am 12. Februar und wird rund zwei Wochen dauern. Sie ist von einer groß angelegten Informationskampagne begleitet. Zehn Teams bestehend aus je zwei Impfspezialisten und vier Assistenten operieren in den zwei betroffenen Regionen. Ärzte ohne Grenzen koordiniert die Kampagne mit zwei medizinischen Koordinatoren, einer Krankenschwester und einem Logistiker. Der Impfstoff kommt vom äthiopischen Gesundheitsministerium. Ärzte ohne Grenzen stellt das Injektionsmaterial, das System zur lückenlosen Kühlung des Impfstoffs vom Lager bis zum Empfänger sowie sieben Fahrzeuge zur Verfügung.

Meningitisepidemien sind chronisch in Äthiopien. Sie brechen besonders während der Trockenzeit von Jänner bis März aus. Ärzte ohne Grenzen hat wiederholt gegen solche Epidemien interveniert, zum Beispiel im Jahr 2001 in der gleichen Region. Erfahrungsgemäß strömt die Bevölkerung an den Orten der Impfaktion zusammen und jedes Team kann täglich bis zu 1.000 Personen impfen. Sollte die Epidemie andere Regionen erreichen, wird die Impfkampagne unverzüglich ausgedehnt.

Meningitis ist eine Entzündung der feinen Membran, die das Gehirn und das Rückenmark umspannt. Die Bakterien, welche die Infektion auslösen, gelangen mühelos durch Speicheltröpfchen, die z.B. beim Sprechen ausgestoßen werden, von Person zu Person (Tröpfcheninfektion). Die Symptome sind Genickstarre, starkes Fieber, starke Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Da der Impfstoff bei Kleinkindern unter zwei Jahren nicht wirkt und Menschen über dreißig selten an Meningitis erkranken, werden nur Zwei- bis Dreißigjährige geimpft.

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