1 bis 2 Millionen Menschen sterben hier jährlich an Malaria, besonders für die Ärmsten gibt es keine ausreichende medizinische Versorgung. Bis zu 280 Patienten kommen täglich in die mobile Klinik, um sich untersuchen oder impfen zu lassen und sich Medikamente zu holen. Die strengen, von den Regierungsbehörden verhängten Sicherheitsvorschriften, erschweren die Einsätze. Dank Katharina Sigls Erfahrung und ihrem großen Engagement konnte der Ablauf der mobilen Klinik und die hygienischen Zustände verbessert werden. Das lokale Personal erhielt Trainings, die vor allem den richtigen Einsatz von Medikamenten und Epidemiologie zum Thema hatten. Es war dies bereits der 7. Einsatz der engagierten Krankenschwester.
Bis die 13 Fotos (240KB) vorausgeladen sind dauert es ein wenig, aber es zahlt sich aus!
Nachdem wir die Medikamente, Vaccins, Verbandsmaterial, Tee, Sandwiches für den Tag in den Autos verstaut haben, fahren wir täglich um 8.30 Uhr mit zwei Autos, einem Toyota Landcruiser und einem Minibus vom Büro in die Hauptstadt. Am Weg werden noch einige Leute aufgelesen und auch das Sterilisationsgut in einer Klinik abgeholt.
Mittels Funk geben beide Autos ihre Abfahrt Richtung "KILO ONE" (Codname unseres Zielortes) bekannt. Es muss noch abgewartet werden, ob wir Grünes Licht bekommen um die Stadt auch wirklich verlassen zu können. Sicherheitsbestimmung Nummer eins. Wir fahren zu zehnt in einen Tag, von dem wir noch nicht wissen, was er uns bringen wird. Wie viele Patienten erwarten uns heute? Wie viele Kinder? Wie viele Unterernährte, Fiebernde...?
Der Checkpoint eins gibt uns Grünes Licht, wir verlassen die Stadt und fahren durch Reis- und Kaffeefelder auf eine Anhöhe, 30 Minuten von der Stadt entfernt. Ankunft kurz vor 10 Uhr. Es warten schon über 150 Kranke.
Nach der kurzen herzlichen Begrüßung des dort ansässigen Personals beginne ich mit der Behandlung Schwerkranker, die schon auf uns warten. Der Rest des Teams bereitet die Medikamente vor und richtet den Arbeitsplatz für den heutigen Tag mit dem nötigen Materialien ein.
Jacques, hast du dir schon einen Überblick verschafft? Was ist mit dem fieberndem Kind? Hast du schon einen Blick darauf geworfen? Und die Kleine da, hat man sie schon gewogen und gemessen? Sie scheint mir schwer unterernährt zu sein!
Und da, die Frau... kann mir bitte wer übersetzen welche Schmerzen sie hat? Jacques ich glaube wir haben einen dringenden Transport ins Spital! Kannst du bitte alles dafür Vorbereiten, während ich noch weitere Kranke aus der Menge filtere.
Ein bis zwei Krankenschwestern helfen uns noch bei der Behandlung der Notfälle, während der Rest des Teams sich an die Routinearbeit macht.
Bis bei allen Patienten das Fieber gesenkt, ein venöser Zugang gesetzt, eine Schmerztherapie verabreicht, die Scherkranken ins Krankenhaus transportiert , die Unterernährten in das dafür zuständige Ernährungszentrum gebracht werden ist es bei uns im Gesundheitszentrum schon etwa 13 Uhr. Da fällt mir ein, dass ich mich noch mit dem Kommandanten des danebenliegenden Militärlagers treffen soll, da mir zugetragen wurde dass der alte Chef von einem Neuen abgelöste wurde. Ich soll ihm Ärzte ohne Grenzen und unsere Arbeit vorstellen.
Abgesehen davon muss ich mich noch um den Nachtwächter kümmern, damit er bald wieder gesund ist und seinen Dienst antreten kann. Dem Tagwächter Leopold muss ich noch seinen Urlaubsschein unterschreiben. Der Reinigungsmann Leonidas hat mich schon zum vierten mal erinnert dass der Besenstiel gebrochen ist...
Oh Schreck da wird gerade einer auf der Trage gebracht! ? Kathi, die muss sofort in ein Krankenhaus.....OK OK. Warte was hat sie? Was ist passiert? Wir werden uns die Patientin mal ansehen und versorgen und dann entscheiden.
Jacques ist schon am Rückweg zum Lager, hat jemand über Funk mitgehört. Die Arbeit geht weiter. Wo ist der Patienten mit der Schnittverletzung von gestern? Warum ist diese Mama schon wieder da? Was, das Kind fiebert noch immer? Hat sie es auch wirklich verstanden wie sie dem Kind die Medikamente geben muss? Kann ihr bitte nochmals jemand erklären wie das Medikament einzunehmen ist?...
Dann endlich die Rückkehr des Landcruisers, der die Schwerkranken ins Spital brachte. Es steigt eine Frau mit einem Neugeborenen aus dem Auto. Sie bedankt sich bei uns noch sehr überschwänglich. Sie wurde von uns für einen Kaiserschnitt in eine Klinik transferiert. Weiters steigen noch drei schwerbeladene Frauen mit ihren strahlenden Kindern aus dem Auto. Sie sind heute aus dem Ernährungszentrum entlassen worden und haben noch eine Ration Nahrung und Decken und ein Moskitonetz für die Familie mitbekommen. Sie entfernen sich mit einem freundlichen Kopfnicken von uns. Ich hab keine Ahnung wie weit sie dieses Riesenpaket heute noch schleppen werden, oder wird es ihnen am Weg schon von Banditen geraubt werden?
Die ungefähr 220 Patienten, die wir heute behandelt haben, haben sich schon wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreut. So und es ist schon wiedereinmal nach 14 Uhr. Wir müssen noch zusammenpacken und uns dann auf den Heimweg machen. Sicherheitsbestimmung! Alles, was wir morgens mitgenommen haben, wird wieder sorgfältig in die Autos geladen. Alle sind erschöpft und ausgelaugt. Schnell, schnell! Es wird gleich heftig zu regnen beginnen. Wir fahren gemeinsam zurück in unser Stadtquartier, um für morgen wieder fit zu sein.