Tuesday, 7. February 2012 | 19:57 CET

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Neben der medizinischen Arbeit nimmt Ärzte ohne Grenzen im Rahmen
des sogenannten
?Witnessing? auch seine politische Verantwortung wahr und veröffentlicht Berichte und Studien über Menschenrechtsverletzungen. Die Organisation verfügt über
Augenzeugenberichte und verschiedene
Studien, darunter auch eine Studie zu den
psychischen Folgen des Krieges in der Bevölkerung Sierra Leones. Sie können im Büro von Ärzte ohne Grenzen
angefordert oder auf
der internationalen
Homepage unter www.msf.org
nachgelesen werden.
Veröffentlicht am 01.01.2001
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Kinder des Krieges

Kindheit in Sierra Leone – das bedeutet Krieg und Terror. Auszüge aus Augenzeugenberichten von Kindern in Sierra Leone.

"Eines Tages beschloss ich, aus dem Haus zu gehen (das umlagert war, Anm. d. Redaktion), nachdem ich beinahe fünf Tage im Haus gewesen war. Aber zu meiner Überraschung sah ich einen jungen Rebellenbuben, der etwa elf Jahre alt war und ein Maschinengewehr in der Hand hatte, mit dem er eine Menschenmenge bedrohte - schließlich erschoss er ein drei Monate altes Baby ..."

Sylvanus S. Smith, 14 Jahre

"Sie kamen in unser Haus - und sagten, sie würden uns töten. Ich begann zu beten. Sie sagten meinem Großvater, er solle seine Hände auf den Tisch legen und hackten ihm beide Hände ab. Dann töteten sie meinen Onkel und befahlen uns, zu lachen. Daher lachten wir, in unserem Herzen aber weinten wir."

Augustina Kamara, 14 Jahre

"Mittwoch nacht kamen die Rebellen. Frühmorgens, als wir aufwachten, hörten wir Schüsse, und wir standen alle auf und begannen zu beten, und meine Mutter sagte zu meinem Vater: ,Gehen wir und suchen wir uns ein Versteck?, und mein Vater sagte: ,Wir können jetzt nirgends mehr hingehen, weil die Rebellen Häuser verbrennen und unschuldige Menschen töten und Mädchen vergewaltigen."

"Als sie zu unserem Haus kamen und mein Vater die Tür öffnete, kamen sie herein und fragten, wo etwas zu essen sei. Mein Vater sagte: 'Hier gibt es nichts zu essen', und sie sagten: ,Wenn es nichts zu essen gibt, müsst ihr leiden'. Sie sahen meinen Onkel und sagten zu ihm: ,Du wirst nicht mehr lange auf dieser Erde sei'?, und wir flehten sie an, ihn nicht zu töten, und sie sagten: ,Wenn jemand anfängt, uns anzuflehen, wird diese Person zusammen mit dem Onkel sterben' , und sie nahmen meinen Onkel, banden ihn fest, schütteten Kerosin über ihn, zündeten ihn an, und er verbrannte, und wir waren alle dabei"

Sia Banja, 11 Jahre

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