Tuesday, 7. February 2012 | 20:14 CET

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"Vor allem Kinder leiden unter den im Bürgerkrieg erlittenen Kriegstraumata." Walter Voitl war Anfang 2001 mit Ärzte ohne Grenzen auf Einsatz in Sierra Leone. Im Distrikt Moyamba betreute er die Kinderstation des Distrikthospitals, die fünf Basisgesundheitsstationen und half mit, die zum Teil stark unterernährten Kinder wieder aufzupäppeln.
Veröffentlicht am 05.12.2002
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Langer Weg der Besserung

Sierra Leone erholt sich nur langsam vom Bürgerkrieg - vierter Teil der Standard-Serie zur neuen Herbst-Kampagne von Ärzte ohne Grenzen.

Zwischen Krieg und Frieden

"Der Weg der Besserung ist eingeschlagen. Aber es ist ein langer Weg, vor allem für die Flüchtlinge", erklärt Walter Voitl. Nach zehn Jahren Bürgerkrieg seien sie 2001 zu Zehntausenden aus Guinea und Liberia nach Sierra Leone zurückgekehrt, in ein Land ohne jede funktionierende Infrastruktur. Gerade in dieser Übergangszeit vom Krieg in den Frieden war Voitl für "Ärzte ohne Grenzen" in dem westafrikanischen Land im Einsatz. Er half, das Bezirkskrankenhaus in Moyamba aufzubauen, das die medizinische Versorgung von 350.000 Menschen leisten soll.

Gesicherte Ruhe

Tatsächlich ist in den vergangenen Jahren von UN-Truppen gesicherte Ruhe in Sierra Leone eingekehrt: Im Mai fanden Präsidentschaftswahlen ohne gröbere Zwischenfälle statt, Amtsinhaber Ahmed Tajan Kabbah gewann überlegen. Die zur Partei gewandelte Rebellenbewegung "Vereinigte Revolutionäre Front" (RUF), die das Land jahrelang terrorisiert hatte, gewann keinen Sitz im Parlament. Deren ehemaliger Führer, Foday Sankoh, steht inzwischen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht. Er befahl seinen (Kinder-)Soldaten Massaker, Vergewaltigungen und Zwangsrekrutierungen. 200.000 Menschen starben in dem Bürgerkrieg.

Unvorstellbare Gräuel

"Es sind unvorstellbare Kriegsgräuel begangen worden", so Voitl. Deswegen betreibt "Ärzte ohne Grenzen" neben Basisgesundheitsversorgung auch psychologische Programme zur Behandlung Kriegstraumatisierter. Die Kooperation mit den lokalen Behörden sei nicht immer leicht. Aber dann zu sehen, wie ein schwer krankes Kind wieder völlig gesund wird, sei "schon ein gutes Gefühl".

Christoph Prantner/DER STANDARD, Printausgabe, 30.11./1.12.2002

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