Wednesday, 8. February 2012 | 16:13 CET

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Oromyia, Äthiopien, März 2008: Massenimmunisierung gegen MasernFoto: © MSF
Veröffentlicht am 18.03.2008
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Massenimpfung gegen Masern in Äthiopiens Oromiya-Region

Während Masern in den Industrieländern weitgehend zurückgedrängt werden konnte, stellt die Krankheit in vielen Ländern nach wie vor eine große Bedrohung dar. Dabei können Todesfälle durch Impfungen relativ einfach vermieden werden. In vielen Ländern zählen Massenimmunisierungen daher zu den wichtigsten Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen.

"Seit Jänner 2008 wurden steigende Zahlen von Masern-Fällen im Distrikt Guji in Oromyia, der größten Region Äthiopiens, bekannt", sagt Francois Calas, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen in Äthiopien. "Daraufhin haben wir ein medizinisches Team in die Region entsandt. In fünf Distrikten konnten Maserninfektionen klinisch bestätigt werden, worauf wir uns entschieden haben, eine Massenimpfung durchzuführen. In den nächsten zwei Wochen werden wir rund 100.000 Kinder im Alter von 6 Monaten bis 15 Jahren impfen und damit die zwei am stärksten Betroffenen Distrikte abdecken."

Die aktuelle Impfkampagne in Oromiya zählt zu den größten, die Ärzte ohne Grenzen seit Monaten durchgeführt hat. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung in diesem Teil Äthiopiens ist schlecht, es fehlt an Infrastruktur, medizinischem Personal und Medikamenten. Die zwei Distrikte, in denen Ärzte ohne Grenzen arbeitet, sind dicht besiedelt, was die Verbreitung der Krankheit fördert. Ärzte ohne Grenzen setzt den Schwerpunkt seiner Arbeit neben dem Impfen auf die Behandlung von Patienten und auf die epidemiologische Überwachung.

Masern wird durch das Masernvirus hervorgerufen und ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, der dank billiger und effizienter Impfstoffe relativ einfach vorgebeugt werden kann. Sie kann zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen, Unterernährung, Hautläsionen, Bindehautentzündung und Vitamin A-Mangel und daraus folgend zu Erblindung führen. Kinder unter einem Jahr sind von der höchsten Sterblichkeitsrate betroffen: Bei Masern-Epidemien stirbt bis zu eines von fünf Kindern.

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