Meningitis-Epidemie bedroht Afrika - Impfstoffe fehlen
Ärzte ohne Grenzen/ Médecins Sans Frontières warnt, daß Tausende Menschen in Afrika durch mutwillige Vernachlässigung sterben könnten, wenn den betroffenen Ländern nicht sofort ein Impfstoff zur Verfügung gestellt wird.
Katastrophe verhindern
Am kommenden Montag findet in Burkina Faso eine internationale Konferenz statt, bei der Strategien im Kampf gegen die Krankheit diskutiert werden. Ärzte ohne Grenzen fordert die WHO, Regierungen und die pharmazeutische Industrie zu sofortigen Handlungen auf, um eine mögliche Katastrophe zu verhindern.
Impfstoff zur Verfügung stellen
Jedes Jahr sterben 25.000 Menschen in den saisonal von Epidemien betroffenen, afrikanischen Ländern (Meningitis-Gürtel) an bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung). Der Meningitis-Gürtel erstreckt sich von Senegal bis Äthiopien.
Zum ersten Mal in der schriftlich belegten Geschichte der Meningitis wurden durch einen neuen Stamm (W135), der zwischen Februar und Mai diesen Jahres in Burkina Faso aufgetaucht ist, fast 13.000 Menschen infiziert und 1.400 getötet.
Es besteht ein hohes Risiko, dass sich W135 während der Epidemie-Saison über die Nachbarländer ausweitet. Die Epidemie-Saison könnte dieses Jahr schon im November beginnen.
Fatal ist, dass die Impfstoffe, die derzeit in Afrika vorhanden sind, wirkungslos gegen den Stamm W135 sind. Ein wirksamer Impfstoff ist in den westlichen Ländern, jedoch nicht in Afrika verfügbar, zumal der Preis die Möglichkeiten der afrikanischen Regierungen und der Menschen dort um ein vielfaches übersteigt.
Lösungen suchen
"Meningitis ist ein sehr gutes Beispiel für die unterschiedlichen Standards in der Gesundheitsversorgung", sagt Dr. Bernard Pécoul, Direktor der internationalen Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. "Es gibt keinerlei Impfungen, um die Afrikaner gegen den neuen Stamm von Meningitis zu schützen, in Europa jedoch werden Zehntausende Bürger geimpft, obwohl nur sehr wenige Fälle wirklich vorkommen."
Ärzte ohne Grenzen hat gemeinsam mit einer Experten-Gruppe mögliche Strategien ausgewiesen, mit denen man der Krise in Afrika begegnen kann. "Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Was jetzt gebraucht wird, ist ein von der WHO und den Regierungen iniziierter Nothilfeplan, der Druck auf die Pharma-Industrie ausübt, um eine schnelle und erschwingliche Lösung für die afrikanischen Länder zu erzielen", sagt Dr. Pécoul.

