Wednesday, 23. May 2012 | 13:17 CEST

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Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen bei der Vorbereitung von Spritzen mit Meningitis-Impfstoff (Kinyinya, Burundi)Foto: © John Fiddler/MSF
Veröffentlicht am 05.05.2006
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Meningitis-Impfung für 200.000 Menschen

Nach einem starken Anstieg der Meningitis-Fälle in der Provinz Mandiana startet Ärzte ohne Grenzen eine Impfkampagne für 200.000 Menschen

In der Präfektur Mandiana an der Grenze zu Mali und der Elfenbeinküste ist die Zahl der Erkrankungen an Meningitis (Hirnhautentzündung) in den letzten Wochen stark gestiegen. Diese Gegend, die im "Meningitisgürtel" liegt, der sich über die ganze Sahel-Zone erstreckt, ist schlecht zugänglich. Während der Trockenzeit begünstigt das Klima die Entwicklung dieser Krankheit: Hitze, Trockenheit und Staub, transportiert vom Wüstenwind Harmattan, irritieren die Schleimhäute des Rachens, die so zu einem idealen Tor für die Krankheit werden.



Alarmwert überschritten



Die ersten Fälle traten im März auf und verliefen zum Teil tödlich. In der Hauptstadt Conakry wurden sie erst Anfang April bekannt. Ein medizinisches Team von Ärzte ohne Grenzen wurde mit geeigneten Medikamenten in die Gegend geschickt und nahm Proben, die bestätigten, dass es sich in 5 von 8 Fällen um Meningokokken handelte.



Damit war der Alarmwert überschritten. Der Krisenstab, zu dem das lokale Gesundheitsministerium und verschiedene andere Organisationen gehören, darunter die Weltgesundheitsorganisation und Ärzte ohne Grenzen, beschloss, eine Massenimpfung von rund 200.000 Menschen zu organisieren. Ärzte ohne Grenzen erklärte sich bereit, die Organisation der Impfung zu übernehmen. Im benachbarten Mali wurde eine Kampagne desselben Typs vor kurzem abgeschlossen.



Bis heute wurden in Mandiana 168 Fälle registriert, von denen 17 oder 10 Prozent tödlich verliefen. Die am stärksten betroffenen Altersgruppen sind Kinder zwischen 5 und 14 Jahren (44% der Fälle) und Jugendliche zwischen 15 und 29 Jahren (31%).



Fehlende Infrastruktur erschwert Impfkampagne



Die Bevölkerung kennt und fürchtet die Krankheit, und ist deshalb bereit, sich über viele Kilometer zu einer der Impfstationen begeben, die die Teams von Ärzte ohne Grenzen in den elf Unterpräfekturen einrichten. Aber die Organisation der Kampagne muss mit Schwierigkeiten kämpfen, die in Guinea, wo das Gesundheitssystem kaum über Mittel verfügt, leider all zu bekannt sind. So gab zum Beispiel nur drei funktionierende Kühlschränke in der ganzen Präfektur, die kaum über Medikamente verfügt.



Die 200.000 Impfdosen sind in der Hauptstadt Conakry eingetroffen. Der Transport über die Berge von Fouta Djalon bis in die Präfektur von Mandiana benötigt ganze zwei Tage und kann vorgenommen werden, sobald die von Ärzte ohne Grenzen in kürzester Zeit neu installierte Kühlkette funktioniert. Darauf kann die Impfung beginnen, die normalerweise etwa zehn Tage dauern dürfte, wenn kein Regen die Pisten unbefahrbar macht.

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