Wednesday, 23. May 2012 | 13:31 CEST

Veröffentlicht am 28.02.2006
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"Schenkst Du mir ein Lächeln?"

Gewalt und Hoffnungslosigkeit prägen den Alltag vieler Jugendlicher, die in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa auf der Straße leben. Ärzte ohne Grenzen bietet ihnen in einem Tageszentrum medizinische und psychologische Hilfe an.

Gewalt, Drogen, Prostitution, Verfolgung durch die Polizei - für die Kinder und Jugendlichen in den Straßen von Tegucigalpa ist jeder Tag ein neuerlicher Kampf ums Überleben. Es gibt keinen menschenwürdigen Platz für sie in dieser Stadt, die durch Zuwanderer aus verarmten Landregionen im Laufe weniger Jahre auf eine Million Einwohner angewachsen ist.

Im März 2005 hat Ärzte ohne Grenzen ein Tageszentrum für diese jungen Obdachlosen eingerichtet. Ärzte und Psychologen nehmen sich dort ihrer Nöte an. Die ausgegrenzten Jugendlichen, unter ihnen auch viele schwangere Mädchen und junge Mütter mit ihren Babys, haben kostenlose Hilfe dringend nötig: Sie sind körperlich und geistig erschöpft und völlig mittellos. Von Behörden und Polizei werden sie brutal unterdrückt. Viele von ihnen fügen sich auch selbst Gewalt zu. Sie betäuben sich mit Alkohol und Crack oder mit den billigsten aller Rauschmittel, mit Lösungsmitteln oder Klebstoff.

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen suchen die Jugendlichen an ihren Zufluchtsorten auf, in leerstehenden Gebäuden, unter Brücken, in notdürftigen Unterkünften aus Karton, und bieten ihnen Hilfe an. Wer Interesse hat, erhält individuelle psychotherapeutische Betreuung. Im Tageszentrum treffen sich die Jugendlichen auch in Gruppen, um über ihre Probleme zu sprechen: Mutterschaft auf der Straße; Drogenabhängigkeit; Repressalien durch die Behörden. In der Gruppe fällt es vielen von ihnen leichter, von ihren Sorgen, Ängsten und Bedürfnissen zu erzählen.

Alessandro Huber, ein Psychologe von Ärzte ohne Grenzen, hat die Geschichten einiger dieser jungen Männern und Frauen aufgezeichnet. Es sind zornige, traurige, verzweifelte Berichte. Geschichten von Menschen, die aus dem politischen und wirtschaftlichen System dieses kleinen zentralamerikanischen Landes ausgeschlossen sind, die von sozialem Fortschritt nur träumen können (zu finden rechts unter "Verwandte Artikel").

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