© alle Fotos MSF/Tim DirvenIn der Fotogalerie sehen Sie, wie Ärzte ohne Grenzen im Katastrophengebiet tätig wurde und die medizinische Hilfe für die Erdbebenopfer organisiert.
Am frühen Morgen des 26. Dezember 2003 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die iranische Stadt Bam. Bereits am gleichen Tag waren Teams von Ärzte ohne Grenzen vor Ort.
Ärzte ohne Grenzen entsandte u.a. Nierenspezialisten zur Behandlung des so genannten Crush-Syndroms. Dieses kann infolge einer Verschüttung auftreten, wenn Eiweißpartikel aus dem gequetschten Muskelgewebe die feinen Gefäße der Nieren verstopfen und zu Nierenversagen führen. Nur eine schnell eingeleitete Dialyse-Therapie kann das Überleben der betroffenen Menschen sichern.
Bei dem Erdbeben wurden 90 Prozent der Stadt Bam zerstört, so auch die beiden Krankenhäuser. Drei provisorische Kliniken wurden errichtet und schwer verletzte Menschen in die Krankenhäuser anderer iranischer Städte transportiert, z.B. nach Kerman, Mashad oder Zahedan.
Im Chafa-Krankenhaus der Provinz Kerman waren die dreizehn vorhandenen Dialyse-Maschinen bereits ausgelastet, so dass Erdbebenopfer wie auch chronisch Kranke dringend auf eine Behandlung warteten. Ärzte ohne Grenzen brachte daher sechs weitere Geräte in das Krankenhaus.
Auch dieses Bild ist im Chafa-Krankenhaus in Kerman entstanden. Hier schaut sich der Arzt Wim van Biesen gerade die Röntgenaufnahme eines Patienten an.
Gegenwärtig sind Teams von Ärzte ohne Grenzen in den Außenbezirken Bams sowie in der südlich gelegenen Stadt Baravat unterwegs, um dort mobile medizinische Hilfe zu leisten und die Bevölkerung mit Medikamenten, hochproteinhaltigen Keksen und Decken zu versorgen. Zudem sind zwei Psychologen vor Ort, um zu prüfen, ob Ärzte ohne Grenzen ein Projekt zur Hilfe für traumatisierte Überlebende beginnen kann.
Veröffentlicht am 12.01.2004
So hilft Ärzte ohne Grenzen den Erdbebenopfern
Zurzeit befinden sich 25 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen im Erdbebengebiet, darunter sieben Ärzte, drei Krankenschwestern und drei Logistiker in Bam sowie ein Arzt, zwei Krankenschwestern und zwei Logistiker in Kerman. Zudem hat Ärzte ohne Grenzen mehrere Tonnen Hilfsgüter nach Bam gebracht: Neben Decken, Zeltplanen und Material zur Wasserversorgung wurden zehn Tonnen Medikamente und Hygieneartikel sowie 15 Tonnen hochproteinhaltige Kekse in die Erdbebenregion geschickt.
Aktivitäten in Bam
Im Zentrum der Stadt leisten mobile Teams medizinische Hilfe. Gleichzeitig führen einige Kollegen Erkundungsfahrten in die Außenbezirken Bams sowie die südlich gelegene Stadt Baravat und zehn weitere Dörfer durch. Sie bringen Medikamente, hochproteinhaltige Kekse und Decken dorthin. Ein weiteres Team ist damit beschäftigt, in einem Vertriebenenlager ein Gesundheitszentrum einzurichten. Das Lager wurde fünf Kilometer außerhalb von Bam für etwa 10.000 Überlebende des Erdbebens errichtet.
Aktivitäten in Kerman
Ärzte ohne Grenzen hat die Krankenhäuser in den Städten Kerman, Mashad, Zahedan und auch in Teheran besucht, in die die meisten verletzten Erdbebenopfer transportiert wurden. Die Ausstattung zur Versorgung der Patienten ist dort aber weitgehend gesichert, so dass unsere Mitarbeiter nur einiges spezielles medizinisches Material bereitgestellt haben. Darüber hinaus wurden sieben zusätzliche Dialyse-Maschinen an das Chafa-Krankenhaus in Kerman geliefert. Dort werden Überlebende behandelt, die am Crush-Syndrom leiden.
Behandlung des Crush-Syndroms
Im Chafa-Krankenhaus in Kerman werden Überlebende behandelt, die am Crush-Syndrom leiden. Bei dieser Krankheit verstopfen Eiweißpartikel aus dem gequetschten Muskelgewebe die feinen Gefäße der Nieren. Das kann zu Nierenversagen führen. Nur eine schnell eingeleitete Dialyse-Therapie kann das Überleben dieser Menschen sichern.
Einwohner:
72.903.921
Lebenserwartung:
72 Jahre
Kindersterblichkeit:
31 von 1.000 Kindern sterben vor ihrem fünften Geburtstag
Quelle: data.worldbank.org
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