Wednesday, 23. May 2012 | 13:41 CEST

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Mit einem Spezialanzug schützt sich ein nationaler Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen vor einer Ansteckung mit dem Ebola-VirusFoto: © Marcus Bleasdale/Lab photograpy
Veröffentlicht am 17.09.2007
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Spezialisten von Ärzte ohne Grenzen erreichen das Ebola-Gebiet

Am 14. September erreichte ein medizinisches-logistisches Team von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) das Ebola-Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo. Sie brachten 18 Tonnen Hilfsgüter und medizinische Materialien aus Kananga, der Hauptstadt der Provinz West Kasai, mit und verstärken das MSF-Team vor Ort.

Sieben Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen landeten am 14. September auf dem Flugfeld von Luebo in der Demokratischen Republik Kongo, 15 Kilometer von Kampungu, wo bereits ein MSF-Team aus sieben Mitarbeitern seit dem 2. September arbeiten. Das Verstärkungsteam besteht aus einem Epidemiologen, einem Arzt, einer Krankenschwester, einem Logistiker, einem Spezialisten auf dem Gebiet Wasseraufbereitung, einem Psychologen und einem Administrator.

Der MSF-Epidemiologe wird gemeinsam mit Vertretern des Kongolesischen Gesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Situation in den Gebieten untersuchen, in denen Fälle mit vermutlichem Ebola aufgetreten sind. Dabei geht es vor allem darum, so schnell wie möglich ein klares Bild des Ausbruchs zu erhalten, das Krankheitsbild besser beschreiben zu können, die Orte zu identifizieren, an denen Fälle aufgetreten sind und jene Menschen zu finden, die mit Infizierten in Kontakt waren.

Anschließend werden Experten von Ärzte ohne Grenzen dafür sorgen, dass verstorbene Patienten in speziell präparierten Leichensäcken begraben werden um weitere Ansteckungen zu verhindern. Ein wichtiger Teil der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen ist es, die Bevölkerung über die Krankheit aufzuklären und dabei, wie sie die Ausbreitung der Epidemie so weit wie möglich verhindern können.

Seit der Ankunft des ersten MSF-Teams wurden 25 Fälle, bei denen das hämorrhagische Fieber Ebola vermutet wurde, im Gesundheitszentrum von Kampungu aufgenommen. Acht Patienten sind bisher gestorben. „Gegenwärtig haben wir fünf Patienten in der Quarantänestation“, sagt Rosa Crestani, Koordinatorin des Notfallteams von Ärzte ohne Grenzen in Kampungu. „Drei davon sind extrem, zwei mäßig krank.“

Diese Patienten werden so gut es geht von den Teams von Ärzte ohne Grenzen in der Isolationsstation behandelt. „Unsere Station ist grundsätzlich in drei Bereiche unterteilt“, erklärt Crestani. „Einer ist komplett isoliert, dort befinden sich die Patienten. Im zweiten Bereich zieht sich das Personal die Schutzuniformen an und nach der Betreuung der Patienten wieder aus. Im Raum dazwischen wird das Personal desinfiziert. In den kommenden Tagen werden wir gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und der WHO entscheiden, ob wir weitere Isolationsstationen in anderen Orten des Gebietes aufstellen werden.“

18 Tonnen logistische und medizinische Materialien sowie Wasser- und Sanitärausrüstungen wurden bisher in die Provinz West Kasai transportiert. Da die Straßen auch durch die gerade begonnene Regenzeit in sehr schlechtem Zustand sind, ist der Transport der Ausrüstung von den Flugfeldern in die Ausbruchsgebiete eine logistische Herausforderung. Die Distanz zwischen der Provinzhauptstadt Kananga und der Ausbruchszone ist nur 250 Kilometer, die Fahrt dauert jedoch bis zu drei Tagen.

Zusätzlich führt Ärzte ohne Grenzen ambulante Behandlungen in Kampungu durch. Am 13. September wurden dort zwei mutmaßliche Fälle von der ambulanten Abteilung in die Isolationsstation überwiesen.

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