Tag 15 im Gaza-Krieg: Keine Verbesserung im Zugang zu Verletzten
Die vorübergehenden Unterbrechungen der Bombardements helfen weder den Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, ihre Arbeit zu tun, noch den Patienten, die Krankenhäuser zu erreichen. Die Maßnahme gilt nur für Gaza Stadt und nicht für die Randgebiete. Unsere postoperative Pflegeklinik in Gaza Stadt ist jeden Tag geöffnet, doch schaffen es aufgrund des Sicherheitsrisikos nur wenig Patienten hierher.
Unsere palästinensischen Teams leisten weiterhin direkt in ihren Wohngebieten Hilfe, im Vergleich zum enormen Bedarf sind die Aktivitäten jedoch unzureichend.
Am 7. Januar haben unsere Teams drei Schulen besucht, in denen Vertriebene Zuflucht suchen. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen verteilten medizinische Hilfsgüter, Medikamente und versorgten Patienten.
Unsere Mitarbeiter sind in ständigem Kontakt mit palästinensischen Spitälern und berichten von Krankenhauspersonal, das von dem Strom Verwunderter, besonders während der Nächte, vollkommen erschöpft ist.
Ein chirurgisches Team von Ärzte ohne Grenzen – bestehend aus einem Gefäßchirurgen, einem Allgemeinchirurgen, einem Anästhesisten, einem OP-Krankenpfleger und einem Anästhesie-Krankenpfleger - befindet sich derzeit in Jerusalem. Wir hoffen, dass die Einreise in den Gazastreifen, wo das Team das Shifa Krankenhaus unterstützen soll, möglichst bald stattfinden kann.
Ärzte ohne Grenzen wartet außerdem auf die Erlaubnis, 21 Tonnen medizinischer Hilfsgüter, darunter zwei aufblasbare Zelte, einführen zu dürfen. Die Zelte dienen der Erhöhung der Kapazität bei der stationären Behandlung von Intensivpatienten und eventuell der Einrichtung eines weiteren Operationssaals. Ein Logistiker wird das Team verstärken, um den Aufbau zu koordinieren.
Ärzte ohne Grenzen ist seit 1989 im Gazastreifen und im Westjordanland tätig. Die Mitarbeiter leisten sowohl in Gaza als auch in Nablus im Westjordanland psychologische, medizinische und psychosoziale Hilfe für Familien, die von der Gewalt betroffen sind. Das Team besteht normalerweise aus elf internationalen und 108 einheimischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Im Gazastreifen bieten sie seit Juli 2007 auch postoperative Hilfe und Physiotherapie für Verletzte an. Im März 2008 wurde in Beit Lahia eine Klinik für Kinder unter zwölf Jahren eröffnet. Darüber hinaus betreiben Mitarbeiter ein psychologisches Programm in Hebron im Westjordanland.
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