Therapeutische Behandlung und Nahrungsmittelhilfe für unterernährte Kinder im südlichen Äthiopien
Bereits 11.800 schwer unterernährte Kinder wurden in die Ernährungsprogramme von Ärzte ohne Grenzen in den Regionen Oromiya und Southern Nations and Nationalities People’s (SNNP) aufgenommen. In mehreren Gebieten dieser Regionen haben ausbleibende Regenfälle, hohe Nahrungsmittelpreise, niedrige Kaufkraft und andere Faktoren zu einer alarmierenden Situation geführt.
"Angesichts des Ausmaßes der Notsituation lag der Schwerpunkt der Teams von Ärzte ohne Grenzen zunächst auf der Behandlung der am stärksten gefährdeten, schwer unterernährten Kinder", sagt Jean de Cambry, Notfall-Koordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Nun beginnen wir damit, auch moderat unterernährten Kindern zu helfen." Ergänzende Nahrungsrationen, bestehend aus einer Mais-Soja Mischung mit Öl und Zucker, werden alle zwei Wochen an moderat unterernährte Kinder und deren Familien verteilt.
Zusätzlich beginnt Ärzte ohne Grenzen diese Woche mit gezielten Lebensmittelverteilungen an 12 Orten im Distrikt Siraro in der Region Oromiya. "Innerhalb einer Woche werden unsere Teams Nahrungsmittelrationen zu je 25 kg an geschätzte 12.500 Kinder verteilen, die entweder moderat unterernährt oder durch Unterernährung gefährdet sind", erklärt Abdel Kader Tlidjane, Koordinator in Siraro. "Wir hoffen, sie damit vor schwerer Unterernährung zu bewahren und ihre Gesundheit zu erhalten."
Parallel dazu setzt Ärzte ohne Grenzen die Arbeit in fünf Stabilisierungszentren in Oromiya und SNNP fort. Medizinische Teams leisten hier rund um die Uhr Hilfe für schwer unterernährte Kinder, die an Komplikationen wie Malaria oder Lungenentzündung leiden. Um so viele Kinder wie möglich zu erreichen, wurde ein Netzwerk von 47 Stationen in entlegenen Gebieten eingerichtet, die auf ambulanter Basis therapeutische Nahrung ausgeben und medizinische Hilfe leisten.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1984 in Äthiopien. Zusätzlich zu den genannten Ernährungsprogrammen betreibt Ärzte ohne Grenzen in mehreren Regionen des Landes langfristige Hilfsprogramme. In Cherrati (östlichen Somali-Region) behandelt Ärzte ohne Grenzen Tuberkulose-Patienten und leistet Basisgesundheitsversorgung. In Deghabur und Wardher betreibt Ärzte ohne Grenzen Basisgesundheitsprogramme und behandelt Unterernährung. Im Norden des Landes leistet MSF in Humera (Region Tigray) Hilfe für Menschen, die an Kala Azar leiden, und in Abdurafi (Region Amhara) arbeitet MSF im Bereich der Prävention und der Behandlung von Kala Azar und HIV/Aids.

