"Tika viol, je dis non!" - "Genug Gewalt, ich sage nein."
Ärzte ohne Grenzen setzt sich gegen sexuelle Gewalt in Kongo-Brazzaville ein.
Internationaler Frauentag
Anläßlich des internationalen Frauentages am 8. März organisiert Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit einheimischen Frauen einen Protestzug gegen sexuelle Gewalt in den Straßen der Hauptstadt Brazzaville.
500 Holzfiguren werden in den Straßen aufgestellt, als Symbol für das Leid von Frauen, die Opfer von sexuellen Übergriffen wurden. Eine Theatergruppe, wird auf einem Lastwagen auftreten, der durch die ganze Stadt fahren wird. Aufgeführt werden kurze Stücke, die Konsequenzen von Vergewaltigungen veranschaulichen. In der ganzen Stadt werden zudem Flugzettel verteilt, auf denen geschrieben steht: "Tika /Bika viol, je dis non!". Das heißt "Genug Gewalt, ich sage nein!".
Symposium gegen sexuelle Gewalt
Am 4. März fand ein Symposium zum Thema "Sexuelle Gewalt" in Brazzaville statt, an dem Mitglieder der Regierung, Botschafter, Vertreter von NGOs und der Vereinten Nationen teilnahmen. Den Vorsitz übernahm Dr. Jean-Hervé Bradol, Präsident der Médecins Sans Frontières Frankreich.
Hintergrund: Der Bürgerkrieg
Aufgrund des Bürgerkrieges in Kongo-Brazzaville hat sich die Situation für Frauen verschärft. Allein von 3. Mai bis 31. Dezember 1999 meldeten sich 1200 Frauen wegen sexueller Gewalt in der Notaufnahme des Makélékélé-Spitals. Seit März 2000 betreut Ärzte ohne Grenzen Opfer sexueller Übergriffe in den Spitälern von Makélékélé und Talangaï. Mehr als 600 Frauen und Kinder konnte bereits kostenlosen und anonym geholfen werden.
