Wednesday, 23. May 2012 | 13:53 CEST

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Foto: © Sergio Cecchini/MSF
Veröffentlicht am 22.08.2006
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Überblick: Die Hilfe im Libanon

Eine Woche nach Beginn des Waffenstillstandes geht die akute Phase dieser humanitären Katastrophe zu Ende. Der größte Teil der Vertriebenen ist nach Hause zurückgekehrt, die libanesische Gesellschaft leistet den größten Teil der Hilfe. Ärzte ohne Grenzen hat begonnen, den Umfang seiner Einsätze zu reduzieren, verfolgt aber die immer noch sehr labile Situation genau. In den letzten Tagen haben Teams von Ärzte ohne Grenzen im Südlibanon und dem östlichen Bekaa-Tal Hilfsgüter an die Bevölkerung verteilt, unter der sich sehr viele Rückkehrer befinden. Ärzte ohne Grenzen arbeitet auch daran, in stark zerstörten Dörfern die Wasserversorgung wiederherzustellen und Gesundheitseinrichtungen mit Medikamenten zu unterstützen.

Die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen im Detail

Ein Team hat von Jezzine aus den Bedarf in den an der südöstlichen Grenze gelegenen Dörfern von Aadaisse bis Blida abgeklärt und Hilfsgüter und medizinisches Material verteilt. Da das libanesische Gesundheitspersonal in die Region zurückgekehrt ist, sinkt der Bedarf an medizinischer Hilfe rasch. Das Team arbeitet weiterhin um Jezzine und im unteren Bekaa-Tal. Hier haben etwa 25.000 Vertriebene Hilfsgüter wie Matratzen, Babymilchpuder und Hygienesets erhalten.

Ein weiteres Team ist in Tyrus stationiert. Es wird in den nächsten Tagen weiter den Bedarf südlich des Litani-Flusses abklären. In den schwer beschädigten Dörfern Aita ech Chaab, Aitaroun und Aainata entlang der israelischen Grenze verteilte Ärzte ohne Grenzen Hilfsgüter wie Hygiene- und Kochsets, Leintücher, Decken und Zelte. Außerdem richtete Ärzte ohne Grenzen in Dörfern, deren Wasserversorgung zerstört worden war, Wassertanks ein. Ärzte ohne Grenzen versorgt mehrere Gesundheitseinrichtungen der Region mit Medikamenten, darunter diejenigen von Bent Jbail und Tibnin.

Da die meisten Vertriebenen jetzt nach Hause zurückgekehrt sind, hat Ärzte ohne Grenzen den Betrieb seiner Klinik in Sidon eingestellt; der Betrieb der Klinik in Tyrus soll diese Woche ebenfalls eingestellt werden. Ärzte ohne Grenzen-Teams haben Hygiene- und Kochsets sowie Decken, Leintücher und Babymilchpulver an etwa 23.000 Vertriebene in und um Tyrus und Sidon verteilt.

Die über 100.000 Vertriebenen, die in Beirut Zuflucht gesucht hatten, begannen unmittelbar nach dem Waffenstillstand nach Hause zurückzukehren. Beinahe alle Massenunterkünfte sind heute leer. Daher konnten die mobilen Teams von Ärzte ohne Grenzen die medizinische und psychologische Versorgung einstellen. In den südlichen Vororten von Beirut, die massiv bombardiert worden waren, unterstützt Ärzte ohne Grenzen eine Klinik und klärt zur Zeit ab, wie stark die medizinischen Einrichtungen beschädigt worden sind und ob mehr Unterstützung notwendig ist.

In Baalbek liefert Ärzte ohne Grenzen weiterhin Medikamente an das Regierungsspital. Ein Team hat 1.500 Hygienesets, 500 Kochsets, Decken und Zelte an die Vertriebenen in der Stadt und den Dörfern der Umgebung verteilt. In den nächsten Tagen wird ein medizinisches Team den Bedarf in den Dörfern nördlich von Baalbek abklären. Außerdem klärt in dieser Region ein aus einem Psychiater und einem Psychologen bestehendes Team den Bedarf an Unterstützung im Bereich der mentalen Gesundheit ab.

Beinahe alle Vertriebenen, die in der Region Aley (Shouf-Gebirge) Zuflucht gesucht hatten, sind nach Hause zurückgekehrt. Ärzte ohne Grenzen konnte deshalb die Medikamentenlieferungen für Patienten mit chronischen Krankheiten und die Verteilung von Hilfsgütern einstellen. Ärzte ohne Grenzen leistete in der Region in Kliniken und durch Hausbesuche medizinische Nothilfe für etwa 10.000 Vertriebene und versorgte das Spital von Aley und mehrere Kliniken mit Medikamenten.

Während des ganzen Konfliktes haben Teams von Ärzte ohne Grenzen Hilfsgüter an die Bedürftigsten verteilt. Insgesamt haben rund 60.000 Vertriebene Libanon und 8.500 Flüchtlinge in Syrien Güter wie Kochausrüstungen, Matratzen, Leintücher, Kocher und Hygienesets mit Seife, Rasierern, Zahnbürsten usw. erhalten.

Bisher wurden über 300 Tonnen Material nach Beirut und von dort in die verschiedenen Einsatzgebiete von Ärzte ohne Grenzen transportiert. Das Material besteht grösstenteils aus Nicht-Essenswaren, medizinischem (Material für Dialyse, Medikamente, chirurgische Ausrüstung, usw.) und logistischem Material (sanitäre Einrichtungen, Wassertanks, Autos, usw.).

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