Update: Hilfe für Opfer des Zyklons Sidr in abgelegenen Gebieten Bangladeschs
Laut aktuellen offiziellen Zahlen kamen durch den Zyklon Sidr, der das südliche Bangladesch am 15. November heimsuchte, mehr als 3.000 Menschen ums Leben, Hunderttausende wurden obdachlos. Ärzte ohne Grenzen hilft Opfern in den abgelegendsten Gebieten.
Nach Erkundungsmissionen in den Bezirken Bhola, Patuakhali, Jhalakati, Pirojpur und Bagherat hat Ärzte ohne Grenzen medizinische Aktivitäten sowie die Verteilung von Hilfsgütern aufgenommen und arbeitet an der Verbesserung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser.
In der Gegend um Mathbaria, südlich des Bezirks Pirojbur, werden derzeit vier mobile Kliniken eingerichtet, um der Bevölkerung von Sapelzehat (45.000 Einwohner) und Betemore (28.000 Einwohner) medizinische Hilfe zu leisten. "Durch die Zerstörung der Straßen haben die Menschen hier kaum Zugang zu Gesundheitsversorgung," berichtet Dr. Peter Reynaud aus Mathbaria. Zwei der mobilen Kliniken werden sich auf die Orte entlang des Flussufers konzentrieren, die am schlimmsten getroffen wurden. Die Teams werden Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit dem Zyklon behandeln, also Durchfallerkrankungen, Atemwegs- und Hautinfektionen sowie kleinere Verletzungen. Medizinisches Material und Medikamente sind auf dem Weg von der Hauptstadt Dhaka nach Mathbaria, ebenso wie ein Arzt, vier Krankenschwerstern und ein Pharmazeut.
Im Bezirk Pirojpur unterstützt Ärzte ohne Grenzen außerdem das Madbhuri Krankenhaus, das durch den Zyklon beschädigt wurde. Dieses Krankenhaus dient als Referenzspital für 500.000 Menschen. Ärzte ohne Grenzen wird medizinisches Material und technische Unterstützung bei der Wasseraufbereitung und Abfallentsorgung bereitstellen.
Ein besonderes Problem stellt die Trinkwasserversorgung dar. Ärzte ohne Grenzen liefert Wasser- und Hygienematerial wie etwa Chlor und Wasserpumpen, um Wasserstellen zu reinigen und zu reparieren. Außerdem bauen oder reparieren sie Latrinen, wo es notwendig ist.
Auf einigen der am schwersten betroffenen Inseln im Süden Bangladeschs hat Ärzte ohne Grenzen damit begonnen, Hygiene- und Haushaltsausrüstung zu verteilen. Auf Char Bangla, einer der Inseln des Galachipa im Bezirk Patuakhali, erhielten 350 Familien Kochutensilien, Seifen, Decken und Wasserbehälter. "Viele Menschen dort haben alles verloren", erklärt Tony Marchant vom MSF-Team in Patuakhali. "Der Zugang zu diesen Inseln ist weiterhin sehr schwierig und die Bewohner haben bis jetzt wenig Hilfe erhalten."
Um die Bedürfnisse auf einigen anderen isolierten Inseln abzudecken, wird Ärzte ohne Grenzen ca. 6.000 Versorgungskits mit Schnellbooten und Fischkuttern verteilen.
In allen Regionen, in denen Ärzte ohne Grenzen arbeitet, überwachen die Teams die Gesundheitssituation und sind bereit, auf möglich ausbrechende Krankheiten zu reagieren.

