Waffenstillstand ermöglicht Zugang zu bisher abgeschnittenen Regionen
Ein Monat nach Kriegsbeginn hat der Waffenstillstand die Lage im Libanon und in Israel etwas entspannt. In den vorhergehenden Tagen haben es schwere Kämpfe und Bombardements Ärzte ohne Grenzen enorm erschwert, betroffene Menschen in weiten Teilen des Libanon zu erreichen, besonders im Süden des Landes und im östlichen Bekaa-Tal. Jetzt haben Teams von Ärzte ohne Grenzen auch zu Gegenden im Südlibanon Zugang, die bis vor Kurzem abgeschnitten waren. Sie leisten dort medizinische Hilfe und verteilen Hilfsgüter an rückkehrende Flüchtlinge und an Jene, die während der Kämpfe in ihren Heimatregionen ausgeharrt haben.
Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen
Mobile Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten in den von den Kampfhandlungen der letzten Wochen besonders stark betroffenen Orten Hula und Markaba nahe der Grenze zu Israel medizinische Hilfe. In anderen Orten südlich des Litani-Flusses werden lokale Gesundheitsposten unterstützt. Weitere Ärzte ohne Grenzen-Teams evaluieren den Bedarf nach medizinischer Hilfe und Hilfsgütern im Südlibanon.
Obwohl die meisten Flüchtlinge Tyrus und Sidon mittlerweile verlassen haben, betreibt Ärzte ohne Grenzen weiterhin je eine Klinik in den beiden Städten. Weiter im Osten unterstützt Ärzte ohne Grenzen mehrere Krankenhäuser in Jezzine, Nabatiye, Jobb Jannine, Qaraaoun und Niha.
In der Region um Aley im Chouf-Gebirge wurde die Verteilung von Hilfsgütern an Vertriebene nach deren Rückkehr in ihre Heimatregionen beendet. An ungefähr 10.000 Menschen hat Ärzte ohne Grenzen hier während der vergangenen Wochen Nothilfe geleistet. Das Krankenhaus von Aley und andere Kliniken in der Umgebung der Stadt wurden mit Medikamenten unterstützt.
In Baalbek haben Ärzte ohne Grenzen-Teams 500 Hygiene-Pakete und Decken verteilt. Ärzte ohne Grenzen unterstützt außerdem das staatliche Krankenhaus der Stadt mit Medikamenten.
Insgesamt hat Ärzte ohne Grenzen 58.000 Vertriebene im Libanon und 8.500 Flüchtlinge in Syrien mit verschiedenen Gütern wie Kochmaterial, Matratzen, Decken, Öfen und Hygienepaketen versorgt. In Beirut sind bisher 310 Tonnen Hilfsgüter eingetroffen und in die verschiedenen Landesteile verteilt worden, in denen Ärzte ohne Grenzen tätig ist. Das Material besteht vorwiegend aus Nicht-Essenswaren (Hygiene-Pakete, Kochausrüstungen, tragbare Toiletten, Zelte, Matratzen, Decken), medizinischem Material (Dialyse-Material, Medikamente, chirurgische Ausrüstung) und logistischem Material (sanitäre Einrichtungen, Wasseraufbereitungen, Autos usw.)
Der Hilfseinsatz im Libanon wird aus dem Notfall-Fonds finanziert. Dieser stellt sicher, dass bei Katastrophen sofort die nötigen finanziellen Mittel bereit stehen. Bitte spenden Sie für den Notfall-Fonds und geben Sie Ärzte ohne Grenzen so die Möglichkeit, rasch und effizient auf Notfälle zu reagieren.
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