Wednesday, 23. May 2012 | 14:01 CEST

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Für Ärzte ohne Grenzen ist es inakzeptabel, dass unentbehrliche Medikamente, insbesondere für die häufigsten globalen Infektionserkrankungen zunehmend schwerer verfügbar sind. Deshalb hat Ärzte ohne Grenzen im November 1999 eine internationale Medikamentenkampagne, die "Access-Campaign", ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung über diese aktuelle Situation in Kenntnis zu setzten und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
Veröffentlicht am 23.10.2003
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Weg frei für bezahlbare Aids-Medikamente in Südafrika

Ärzte ohne Grenzen begrüßt die bislang beispiellose Entscheidung der südafrikanischen Wettbewerbskommission vom 16. Oktober 2003. Das Gremium erklärte zwei Pharmaunternehmen für schuldig, unter Ausnutzung ihrer Patentrechte überhöhte Preise für Medikamente zur Behandlung von HIV/Aids zu erheben und damit den Zugang zu den lebensverlängernden Präparaten zu verhindern. Die Entscheidung der Wettbewerbskommission ist Vorbild und Modell für andere Entwicklungsländer, die öffentliche Gesundheit und den Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten effektiv zu fördern.

In Südafrika sterben täglich 600 Menschen an HIV/Aids

Vor einem Jahr hatte u.a. die südafrikanische Aids-Aktivistengruppe Treatment Action Campaign (TAC) Anklage gegen die Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim (BI) und GlaxoSmithKline (GSK) erhoben, um die lebensverlängernde Behandlung für HIV/Aids-Patienten durch den Einsatz von Generika erschwinglich zu machen.

"Die Entscheidung der Wettbewerbskommission setzt ein klares Signal, dass Patente der Behandlung von HIV/Aids in Südafrika zukünftig nicht mehr im Wege stehen werden", sagte Dr. Eric Goemaere, Leiter des HIV/Aids-Projektes von Ärzte ohne Grenzen in Südafrika. Laut Goemaere gibt es für die südafrikanische Regierung nun auch keinen Grund mehr, die Behandlung der 500.000 HIV-Infizierten, die derzeit eine Therapie brauchen, zu verzögern. Denn trotz Preissenkungen von Markenherstellern sind Generika noch immer die kostengünstigsten Medikamente für die HIV/Aidstherapie. Darüber hinaus trägt der Wettbewerb durch Generika maßgeblich dazu bei, Medikamentenpreise zu senken.

Keine Reaktion seitens Boehringer Ingelheim

Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hat auf die Entscheidung der Wettbewerbskommission bislang nicht reagiert. "Boehringer Ingelheim will dieses Problem offenbar einfach aussitzen. Wir werden das nicht akzeptieren, denn hier geht es um das Leben von Zehntausenden Menschen", sagte Tobias Luppe von Ärzte ohne Grenzen Deutschland.

Bericht über Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten in Südafrika

Wenn Sie mehr über die Behandlung von HIV/Aids-Patienten in Südafrika wissen wollen, gibt es unter "Downloads" den Bericht "Antiretroviral Therapy in primary health care: Experience of the Khayelitsha prgramme of South Africa" (in Englisch), bei dem Ärzte ohne Grenzen mitgearbeitet hat.

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