Wednesday, 23. May 2012 | 13:22 CEST

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Oft sind die von Ärzte ohne Grenzen betreuten Vertriebenenlager einziger Zufluchtsort für Zivilisten. Speziell Frauen und Kinder suchen dort Schutz.Foto: MSF/Leila Kramis
Veröffentlicht am 16.07.2003
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Zahlreiche Opfer nach erneuten Kämpfen

Seit 7. Juli liefern sich in Burundi trotz des Friedensprozesses Regierungstruppen und Rebellen erneut Gefechte. Sowohl in der Hauptstadt Bujumbura als auch in der Umgebung kommt es immer wieder zu Mörserangriffen und Straßenkämpfen, insbesondere in der Gegend von Musaga, Kanyosha und Kinindo. Tausende von Zivilisten haben dieses Gebiet verlassen. Viele sind bei Verwandten untergekommen, aber die Mehrzahl hat keinen Zufluchtsort. Von ihnen sind jetzt einige in zwei Vertriebenenlagern untergekommen, die von Ärzte ohne Grenzen betreut werden.

Eines dieser Vertriebenenlager liegt in einem nahe der Kampfhandlungen gelegenen Gebiet, am südlichen Stadtrand von Bujumbura. 700 Menschen, darunter vor allem Frauen und Kinder, sind dort untergebracht. Zwei Krankenschwestern und ein Arzt konnten dort heute erstmals medizinische Hilfe leisten. Wegen der instabilen Lage war es ihnen nicht früher möglich, dorthin zu gelangen. Zudem wurden im Lager Decken und proteinhaltige Spezialkekse als erste Nahrungsmittelnothilfe verteilt. Darüber hinaus kümmert sich von Ärzte ohne Grenzen um die medizinische Versorgung in einem weiteren, in der Stadtmitte gelegenen Vertriebenenlager. Dort befinden sich etwa 1.900 Familien.

Viele Kriegsverletzte zu versorgen

"Am Mittwoch haben wir eine kleine Gesundheitsstation auf dem Gelände eingerichtet, die aus fünf Zelten besteht", berichtet Landeskoordinatorin Véronique Parqué. "Noch am gleichen Tag kamen 200 Patienten. Sie leiden vor allem an Durchfall, haben Atemwegserkrankungen oder Kopfschmerzen."

Mittlerweile konnten über 220 Kriegsverletzte in einer von Ärzte ohne Grenzen betreuten Klinik versorgt werden, die in einem nördlichen Vorort von Bujumbura liegt. Bereits am ersten Tag nach dem erneuten Ausbruch der Kämpfe gab es 28 neue Patienten. 20 von ihnen konnten in städtische Krankenhäuser überstellt werden, obwohl solche Krankentransporte wegen der instabilen Sicherheitslage immer wieder problematisch sind. Zur Zeit befinden sich 46 Patienten in der Klinik.

"Es ist schwer zu sagen, wie viele Verletzte und Tote es gibt", erklärt Véronique Parqué. "Wegen der riskanten Sicherheitslage war es oft nicht einmal möglich, die Toten von der Straße zu holen."

Am 13. Juli gab es wieder erneut Kämpfe, auch in der Nähe der Unterkünfte des Teams von Ärzte ohne Grenzen. Danach wurden in der Gegend 28 tote Rebellen gefunden, mehrheitlich Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren.

Situation nun ruhiger, aber immer noch angespannt

Mittlerweile ist die Situation ruhiger. Ärzte ohne Grenzen konnte deshalb die Vertriebenenlager schließen. Die Arbeit konzentriert sich nun darauf, die Kriegsverletzten in den medizinischen Einrichtungen zu versorgen.

Das internationale Team wurde von neun auf sechs Personen reduziert.

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