Zurück aus dem Einsatz
Die Krankenschwester Eleonore Lobmeyr arbeitete für "Ärzte ohne Grenzen" in Nigeria.
Masern und Hunger
"Groß, heiß, viele Fliegen und noch mehr Autos und Motorräder, die einen Höllenlärm verbreiten", so beschreibt Eleonore Lobmeyr die Millionenstadt Kano im Norden Nigerias, wo sie für "Ärzte ohne Grenzen" mithalf, eine Masernepidemie einzudämmen.
Die gelernte Krankenschwester kümmerte sich vor allem um die kleinen Patienten. Weil die Kinder jedoch nicht nur an Masern litten, sondern zudem stark unterernährt waren, bekamen sie neben Medikamenten auch mehrmals täglich hochenergetische Nahrungsrationen: Brei oder Milch, die sie mit den dringend notwendigen Kalorien und Nährstoffen versorgten.
Schnelle und effiziente Hilfe
Vor der Aufnahme ins Krankenhaus musste jedes der Kinder zunächst gewogen werden. Eleonore Lobmeyr beschreibt die manchem Europäer seltsam anmutende Prozedur: "Für die Kinder, die noch nicht gehen können, gibt es spezielle Hosen mit einem großen Riemen, der an die Waage gehängt wird. Das sieht beim ersten Mal etwas brutal aus, ist es aber überhaupt nicht."
Nach dem Wiegen wurden die Kinder registriert. Jedes von ihnen bekam ein Armband angelegt, danach verteilte Eleonore Lobmeyr die Milch- und Breirationen.
Die Oberösterreicherin hatte sich eigentlich auf einen dreimonatigen Aufenthalt in Nigeria eingestellt. "Erfreulicherweise ging die Masernepidemie aber sehr schnell zurück", erzählt sie nach ihrer Rückkehr. "Deshalb hieß es für mich schon nach fünf Wochen wieder Koffer packen."

