Wednesday, 23. May 2012 | 14:29 CEST

Veröffentlicht am 28.03.2007
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Burkina Faso: Dringend notwendige Impfkampagne durch internationale Geber blockiert

Ouagadougou/Wien, 28. März 2007 – In Burkina Faso breitet sich  eine verheerende Meningitis-Epidemie aus. Die Impfstoffe für eine groß angelegte und wirksame Kampagne stehen bereit, doch die Finanzierung fehlt. Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) fordert die internationalen Geber auf, die dringend benötigte Unterstützung zu leisten.

Während in Burkina Faso eine massive Impfkampagne in vollem Gang ist, bleibt die Finanzierung der noch ausstehenden Impfungen ungedeckt. Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) unterstützt die nationalen Gesundheitsbehörden in ihren Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie und bei der Behandlung der Meningitis-Patienten. Zugleich ruft die internationale medizinische Organisation die internationalen Geber dazu auf, mindestens eine weitere Million Euro zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld wird dringend für den Kauf und den Transport von Impfstoff für rund 1,7 Millionen weitere Impfungen, sowie von Material benötigt.

Von den 3,35 Millionen Impfungen, die gegen die Ausbreitung der Epidemie zur Verfügung gestellt worden sind, ist die Hälfte wegen der ausstehenden Finanzierung noch immer blockiert. Falls die Impfstoffe nicht in den nächsten Tagen eingesetzt werden können, wird die Wirkung der Kampagne äußerst beschränkt sein. "Die Impfstoffe sind hier, die Logistik ist aufgebaut, die Impfkampagne ist im Gang – aber die Finanzierung ist immer noch nicht gesichert", kritisiert Meinie Nicolai, operationelle Direktorin von MSF. "Der jetzige Ausbruch übertrifft alle bisherigen Epidemien. Aber trotz der dramatischen Situation und des Großeinsatzes von Gesundheitsbehörden und humanitären Organisationen zögern die Geber mit der Unterstützung dieser Aktion, die unzählige Menschenleben retten könnte. Diese Langsamkeit ist für uns unverständlich." Eine Impfung kostet 0.50 Euro.

Seit Ende Februar sind in Burkina Faso laut Gesundheitsbehörden 10.796 Fälle von Meningitis registriert worden. 801 Personen sind an den Folgen der Hirnhautentzündung gestorben. Zusätzlich zur groß angelegten Impfkampagne der Behörden hat MSF bisher rund 500.000 Menschen geimpft und rund 400 Patientinnen und Patienten in der Hauptstadt Ouagadougou behandelt. MSF bereitet sich darauf vor, seine Interventionen zu verstärken und noch mehr Menschen zu impfen.

Meningitis ist eine Infektion der Hirn- und Rückenmarkshäute.  Es handelt sich um eine hoch ansteckende Krankheit, an der bis zur Hälfte aller Infizierten sterben, falls sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Doch selbst in diesem Fall treten in rund 20 Prozent aller Fälle ernsthafte neurologische Komplikationen auf.

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