Wednesday, 23. May 2012 | 14:57 CEST

Veröffentlicht am 23.03.2007
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Meningitisepidemie in Burkina Faso breitet sich weiter aus

Die Ende Februar ausgebrochene Meningitisepidemie in Burkina Faso breitet sich weiter aus. Nach den jüngsten Angaben der Gesundheitsbehörden wurden seit Jahresbeginn 801 Todesfälle und 10.696 gemeldete Erkrankungsfälle registriert. Nahezu zwei Drittel der Gesundheitsdistrikte des Landes gehen auf die Epidemieschwelle zu oder haben sie bereits überschritten wie gegenwärtig die Hautpstadt Ouagadougou. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF), die bereits im Bereich der klinischen Versorgung der Patienten in der Hauptstadt tätig ist, verstärkt nun ihren Einsatz. Am vergangenen Samstag ist ein Frachtflugzeug mit Impfstoffen für über 540.000 Personen und der nötigen Ausrüstung zur Sicherung der Kühlkette vor Ort eingetroffen; außerdem sind sieben MSF-Mitarbeiter aus Mali und sechs Spezialisten aus Europa zur Verstärkung eingetroffen.

Seit 26. Februar unterstützt Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden von Ouagadougou bei der Behandlung der Meningitispatienten. Die Teams der ärztlichen Hilfsorganisation arbeiten in zwei Gesundheitszentren der Hauptstadt. Doch die Aufnahmekapazität von ein paar Dutzend Betten hat sich rasch als unzureichend erwiesen. Ärzte ohne Grenzen hat demzufolge zusätzliche Sanitätszelte aufgestellt, die für 160 Betten Platz bieten, und die Versorgung mit der nötigen medizinischen Ausrüstung sichergestellt.

Inzwischen ist in drei der vier Bezirke von Ouagadougou die Epidemieschwelle überschritten und aufgrund der städtischen Ballungsdichte eine weitere Verschlechterung der Lage seiner 1,5 Millionen Einwohner zu befürchten. In Anbetracht der Schwere dieser hochgradig ansteckenden Krankheit haben die Gesundheitsbehörden die Bevölkerung aufgefordert, die Gesundheitszentren aufzusuchen, sobald die ersten Anzeichen auftreten.

"Der Ansturm von Menschen, die an Meningitis erkrankt sind, ist so groß, dass die von unseren Teams bereitgestellten 160 Betten schon jetzt alle belegt sind und wir uns darauf vorbereiten, unsere Aufnahmekapazität auszuweiten", erläutert François Giddey, Leiter des MSF-Einsatzes in Burkina Faso. "Die Situation ist besorgniserregend, weil Meningitis bei 50 % der Infizierten tödlich verlaufen kann, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Und selbst bei entsprechender Behandlung treten in 20 % der Fälle gravierende neurologische Folgeschäden auf", so François Giddey.

Um die Epidemie zu stoppen, haben die nationalen Gesundheitsbehörden umfangreiche Impfkampagnen in Gang gesetzt. Angesichts des gewaltigen Bedarfs hat Ärzte ohne Grenzen entschieden, die Impfaktionen in Pissy, dem bevölkerungsreichsten Bezirk der Hauptstadt, zu übernehmen. Hier müssen über 540.000 Personen geimpft werden. Sämtliche Impfstoffe und Medikamente sowie alle benötigte medizinische und logistische Ausrüstung sind bereits am Samstag, den 17. März, mit einem Frachtflugzeug in Ouagadougou eingetroffen. Bisher hat MSF nahezu eine Million Euro für diese Notsituation bereitgestellt. 

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1995 in Burkina Faso im Rahmen eines Projekts zur Betreuung von HIV/Aidspatienten tätig und engagiert sich für Prostituierte, die keinen Zugang zu medizinischer Betreuung haben.

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