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Dienstag, 02. September 2014 | 20:48 CEST
Shangyl Tobaya, Sudan, 30.09.2010: Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Nothilfe für Vertriebene. Foto: Juan-Carlos Tomasi
Veröffentlicht am 07.02.2011
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Tausende Menschen fliehen nach Zusammenstößen in Darfur

Khartum/Wien, 7. Februar 2011. Die seit Monaten andauernden Kämpfe zwischen Regierungs- und Oppositionsgruppen in Nord-Darfur haben in den letzten zwei Monaten Tausende Familien gezwungen, aus ihren Dörfern zu fliehen. Die Menschen leben unter prekären Bedingungen in Lagern in Shangil Tobaya, Dar Alsalam und Tabit. Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten derzeit den neuerlich Vertriebenen medizinische Nothilfe.

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"Wenn Leid zum Alltag wird"

Der mehrfach ausgezeichnete Fotograf Cédric Gerbehaye ist mit einer Förderung des Magnum Notfallfonds in den Südsudan gereist, um die Kliniken von Ärzte ohne Grenzen zu besuchen und die humanitäre Lage zu dokumentieren.

„Die Menschen mussten plötzlich fliehen und alles, was sie hatten, waren ihre Kleider am Leib. Anfangs errichteten sie provisorische Unterkünfte aus Kleidern und Gras, um in den kalten Nächten einen Schutz zu haben. Ärzte ohne Grenzen versorgt sie nun mit Plastikplanen, Decken, Matten, Seife und Wasserkanistern, damit die grundlegendsten Bedürfnisse der Menschen gedeckt sind“ erklärt Cristina Falconi, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen im Sudan. „Derzeit konzentriert sich die gesamte Aufmerksamkeit auf das Referendum im Südsudan, aber wir sollten nicht vergessen, dass es in Darfur einen dringenden Bedarf an medizinischer Hilfe gibt.“

Nach Kämpfen in der Region Tabit vor zehn Tagen hat Ärzte ohne Grenzen dringend benötigte Hilfsgüter an über 500 Menschen verteilt, die in der nahe gelegenen Ortschaft Jerno Zuflucht gesucht hatten. Diese Kämpfe waren die letzten in einer Serie von Zusammenstößen, die Mitte Dezember mit schweren Konflikten in Shangil Tobaya begonnen hatten. Während der Kampfhandlungen wurde auch das staatliche Krankenhaus, das von Ärzte ohne Grenzen unterstützt wird, beschossen, wodurch Patienten und Angestellte fliehen mussten. Nach diesem Vorfall suchten etwa 7.000 neue Vertriebene in zwei verschiedenen Lagern nahe der Stadt Shangil Tobaya Zuflucht.

Neue Klinik errichtet

Ein paar Tage nach den Kämpfen in Shangil Tobaya konnte Ärzte ohne Grenzen in den Lagern medizinische Nothilfe leisten und die grundlegendsten Bedürfnisse der Vertriebenen decken. Eine neue Klinik wurde innerhalb eines der Lager errichtet. Dort werden derzeit 100 ambulante Behandlungen pro Tag durchgeführt. Ärzte ohne Grenzen hat auch vitaminhältige Nahrungsmittel an etwa 4.000 Kinder im Alter unter fünf Jahren verteilt. Weitere Bedürfnisse werden von anderen Hilfsorganisationen in der Region gedeckt.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt auch eine Impfkampagne der UNICEF und des Gesundheitsministeriums, mit der über 3.000 Kinder und 200 schwangere Frauen in und um Shangil Tobaya erreicht werden. Ärzte ohne Grenzen bietet außerdem weiterhin eine allgemeine medizinische Versorgung in Darfur an, einschließlich Mutter-Kind-Behandlung und gynäkologischer Versorgung sowie Beratung in Kaguro, Dar Zaghawa, Tawila und Shangil Tobaya.

In Süd-Darfur haben Kämpfe Anfang Dezember 2010 ebenfalls Tausende Familien vertrieben. Derzeit evaluiert ein Team von Ärzte ohne Grenzen die dringendsten Bedürfnisse von hunderten vertriebenen Familien in der Ortschaft Shaeria. Ärzte ohne Grenzen baut in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium auch ein Ernährungsprogramm auf, um die verschiedenen Formen der Unternährung jener Menschen zu behandeln, die unter der anhaltenden Gewalt und dem mangelnden Zugang zu Gesundheitsversorgung leiden.

Ärzte ohne Grenzen ist seit 1979 im Sudan tätig und versorgt die Menschen, die unter den Folgen von bewaffneten Konflikten, Überschwemmungen, Dürre, eines mangelnden Zugangs zu Gesundheitsversorgung, dem Ausbruch von Epidemien sowie Ernährungsmangel leiden. Heute leistet Ärzte ohne Grenzen in mehreren Hilfsprojekten in folgenden Regionen des Nord- und Südsudans medizinische und humanitäre Hilfe: Warrap, Jonglei, Upper Nile, Unity, Nord und Süd Bahr-el-Ghazal, Equatoria, dem Grenzgebiet Abyei, Red Sea, Al-Gedaref, Süd- und Norddarfur.

Pressemittteilung zum Download


Karte: Hilfsprojekte von Ärzte ohne Grenzen im Sudan. Stand: Dezember 2010

Medienanfragen, Vermittlung von Interviews, Bild- und Videomaterial:

Mag. Eva Hosp
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Tel.: +43(0)1/409 72 76-29
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Florian Lems
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