Simbabwe, 17.02.2009
pdf, 225,3 KB, Englisch
Jeden Tag überqueren Menschen aus Simbabwe den Fluss Limpopo in Richtung Südafrika. Bei der Flucht aus ihrer Heimat riskieren sie ihr Leben. Rund drei Millionen Simbabwer haben in Südafrika Zuflucht gesucht. Es ist die größte Fluchtbewegung, die Afrika in einem Land ohne offenen Konflikt je erlebt hat.
Die politische Krise und der daraus folgende Kollaps der Wirtschaft haben zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems und der Infrastruktur geführt. Infolgedessen kam es zu einem massiven Choleraausbruch ungekannten Ausmaßes, der Tausende Menschenleben forderte. Doch die Cholera ist nur ein Aspekt einer humanitären Krise, die weit mehr umfasst: schlechten Zugang zu medizinischer Versorgung, eine zerstörte Infrastruktur, hohe Prävalenz von HIV, politische Gewalt, Vertreibung sowohl innerhalb des Landes als auch in Nachbarländer, außerdem Nahrungsmittelmangel, der zu Mangelernährung führt. Die Situation ist keineswegs neu, aber sie hat sich in den letzten Monaten signifikant verschlechtert, als die Politik immer tiefer in die Sackgasse geriet und die Wirtschaft immer rascher zerfiel. Noch schlimmer wurde sie dadurch, dass es keine starke und koordinierte internationale Reaktion auf die humanitäre Not gab.