Barbara Trattnig27.06.2016

Neue Aufgaben, neue Kollegen und neue Herausforderungen

1 Kommentar

Es ist wieder mal soweit und ein neuer Blog aus dem Südsudan kommt! Das Niederschreiben und Zusammenfassen ist für mich auch immer eine kleine Reflexion, was ich alles erlebt habe. Manchmal bin ich so im Tun, dass ich gar nicht so bewusst mitbekomme was wir alles geschafft und erledigt haben. Also hiermit innehalten und nachdenken was wir so Tag und Nacht machen. Wir geben auf jeden Fall unser Bestes und die Menschen stehen immer im Fokus unserer Arbeit. Manches wird aber auch zur Herausforderung für uns, weil Medikamente und Materialien nicht einfach bestellt werden können und – schwuppdiwupp – sind sie da, leider nein. Manchmal heißt es kreativ sein und improvisieren und das Beste daraus machen.

Meine Halbzeit meines Einsatzes als Pharmazeutin hier in Melut (nachzulesen im ersten Blogeintrag) ist einfach vorbei gegangen, ohne Feier, während meine Kompetenzen gewachsen sind: Meine Kollegin Miriam hat nämlich unser Team verlassen, weil ihr Einsatz nach drei Monaten zu Ende war. Und da es keinen Ersatz für sie gibt, habe ich ihren Job übernommen.

Miriam ist in der gleichen Woche wie ich angekommen und war für die Gesundheitsaufklärung und ein Projekt zur Aufklärung der Bevölkerung des Vertriebenenlagers zuständig. Von Anfang an haben wir sehr eng zusammengearbeitet und so war ich schon ein wenig im Bilde, welche Aufgaben mich erwarten und  für welches Team ich der Supervisor bin. Mit den Community Health Workers habe ich von Anfang zusammen gearbeitet, es war also schon eine Vertrauensbasis  vorhanden. Vertrauen ist ein sehr wichtiger Part, weil ohne dem nicht an einem Strang gezogen werden und das gewünschte Ziel erreicht werden kann.  Weil ich nun mehr Aufgaben habe, musste ich meinen Tag auch ein wenig umstrukturieren, um alles unterzubringen – aber mit Flexibilität und Optimismus geht alles. Ich wachse an meinen Aufgaben und höre nicht auf, mein Bestes zu geben.

Doch nicht nur Miriam hat unser Team verlassen, sondern auch der Einsatz von unserem Logistiker Dirk war nach vier Monaten zu Ende. Ein anderer Logistiker, Andrew, wurde durch Amor ersetzt. In den drei Monaten wächst man zusammen, daher ist es immer ein wenig traurig, wenn man sich verabschieden muss – aber vielleicht sieht man sich ja wieder. Wenn jemand neuer kommt, muss man sich immer ein wenig aufeinander einstellen; aber nach ein bis zwei Tagen ist das neue Mitglied meist schon sehr gut integriert.

Im April hatten wir eine kleine Impfaktion und Kinder im Vertriebenenlager gegen Polio geimpft: Mittels Megaphon informierten und mobilisierten wir Kinder für die Impfung – das war ganz schön laut! Viele Kinder weinten, weil sie die Impfung nicht schlucken wollten und dachten, sie bekommen eine Impfung in den Arm. Aber wir haben versucht, sie bei Laune zu halten, und dann ist alles an einem Vormittag über die Bühne gegangen und sämtliche Kinder im Alter von unter fünf Jahren wurden vor Kinderlähmung geschützt. 

Es war eine Erfahrung, aus der ich auf jeden Fall für die bevorstehende Cholera-Impfaktion lernen konnte. Aber mehr zu diesem Projekt, meinen sonstigen Herausforderungen (ich sage nur: Gatsch und Gummistiefel!) & Co dann im nächsten Blog ;-)

Bis dahin: Macht es gut!

Eure Barbara

Kommentare

Olaf Stieper
Chapeau, Leute ! Was Ihr dort unten so macht, verdient allerhöchsten Respekt und ist mit Geld nicht zu bezahlen ! Schönes Foto übrigens mit den Kindern im Flüchtlingslager. Good luck für die nächste Zeit und hoffentlich auch eine Besserung auf politischer Ebene für das ganze krisengeschüttelte Land. Gruß aus Hamburg vom olaf

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