Christian Bader26.09.2018

Als Elektroingenieur in Sierra Leone

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Der Elektroingenieur Christian Bader ist derzeit auf Einsatz in Sierra Leone. Gemeinsam mit seinem Team baut er ein neues Krankenhaus in der kleinen Stadt Hangha auf. In der Einrichtung sollen Mütter und Kinder unter fünf Jahren künftig medizinische Versorgung erhalten. Denn die Lebenserwartung in dem Land ist eine der geringsten weltweit. Im Blog berichtet der Kärntner von seinen Erlebnissen.

In diesem Moment sitze ich auf der kleinen Holzveranda meiner Unterkunft hier in Sierra Leone und schreibe diese Zeilen. Die Luft flimmert vor Hitze und ich kann nur hoffen, dass ich mit meinen bescheidenen Schreibkünsten ein bisschen wiedergeben kann, was ich hier gemeinsam mit anderen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen mache.

Zunächst einmal möchte ich Ihnen kurz Sierra Leone beschreiben: Es ist ein sehr schönes, grünes Land. Aber es ist auch eines der ärmsten Länder der Welt, denn bis ins Jahr 2000 herrschte hier ein brutaler Bürgerkrieg. Es fehlt nicht nur an Gesundheitseinrichtungen, sondern auch an Pflegepersonal. Sierra Leone zählt nach wie vor zu den fünf Ländern mit der geringsten Lebenserwartung. Von 1.000 Neugeborenen sterben hier unfassbare 159 Säuglinge!

Jetzt hat Ärzte ohne Grenzen begonnen ein neues Krankenhaus in der kleinen Stadt Hangha aufzubauen. Hier sollen in Zukunft werdende Mütter und Kinder unter fünf Jahren medizinische Hilfe bekommen. Bitte stellen Sie sich jetzt kein typisches Krankenhaus vor wie es in Österreich stehen würde – nein, bei diesem hier werden die Bereiche, in denen Kranke behandelt werden, aus einzelnen Modulen gebaut, die aus Aluminium gefertigt sind. Das gesamte Areal umfasst eine Fläche von ca. 10 Hektar und ist somit eines der größten Krankenhäuser, die Ärzte ohne Grenzen jemals gebaut hat. 

 

Ich selbst bin Elektroingenieur und Teil des Bau-Teams von Ärzte ohne Grenzen. Nur wenige wissen, was alles geschehen muss, bevor das medizinische Personal überhaupt mit der Arbeit beginnen kann. In Hangha beginnen wir zum Beispiel bei null. Es gibt keine Wasserversorgung, keine Kanalisation und natürlich auch keinen Strom. Hier kommen mein Team und ich zum Einsatz. Anfang 2019 wird, nach einem innovativen und umweltfreundlichen Beschluss, eine Solaranlage aufgebaut, die das Krankenhaus verlässlich und unabhängig mit Strom versorgen wird. Das ist lebenswichtig bei Operationen, für die Intensivpflege oder die Frühchen in den Inkubatoren.

Ich werde hier sieben Monate auf Einsatz sein. Eine lange Zeit -  aber ich weiß, wie viel davon abhängt: Hier kommt auf 10.000 Einwohner und Einwohnerinnen ein Arzt oder eine Ärztin! Sie können sich also vorstellen, wie viele Leben dieses Krankenhaus in Zukunft retten und verbessern wird.

Wir helfen da, wo andere nicht sind. Wir würden das jedoch niemals schaffen, wenn es nicht Menschen gäbe, die uns unterstützen. Sie möchten auch aktiv werden?

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