Irene Jancsy28.08.2013

Das Leid der Migration: Kampagne "Gegen Unmenschlichkeit"

1 Kommentar

Wir freuen uns, dass die im Juni ins Leben gerufene Initiative „Gegen Unmenschlichkeit“ bereits über 19.500 Unterschriften für einen Kurswechsel in der europäischen Flüchtlingspolitik sammeln konnte. Manche fragen sich vielleicht, wieso Ärzte ohne Grenzen diese Aktion unterstützt, in der viele Organisationen zu Wort kommen, die sich mit Asylwerbern und Flüchtlingen in Österreich beschäftigen. Kurz zur Erinnerung: Unsere Teams versorgen in Hilfsprogrammen seit vielen Jahren Migranten und Migrantinnen auf dem Weg nach Europa, an den Außengrenzen des Kontinents  und in europäischen Staaten. Unser Fokus richtet sich dabei auf die gesundheitlichen Folgen einer mangelnden Versorgung dieser Menschen – aus welchen Gründen auch immer sie ihre Heimat verlassen haben. Wir sehen dabei sehr deutlich: Länder, die sich gegen unerwünschte Migranten abschotten, tragen dazu bei, dass diese auf immer gefährlicheren Routen ihr Leben und ihre Sicherheit aufs Spiel setzen. Und die ganz konkreten Auswirkungen unmenschlicher Aufnahmebedingungen sind Krankheit und Leid für die betroffenen Menschen. Ärzte ohne Grenzen hat im Laufe der vergangenen zehn Jahre an den Grenzen Europas immer wieder gesehen, wie erschöpfte und traumatisierte Menschen völlig unzureichend versorgt wurden. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in Europa so behandelt werde“, berichtete etwa im Jahr 2009 eine Patientin in Malta, die kurz nach der Geburt ihres Sohnes in ein Internierungslager geschickt worden war: „Ich habe nichts, was eine Mutter braucht, um ein Baby zu versorgen. Ich habe eines meiner Kleider in Stücke gerissen und benutze diese als Windeln.“ Ärzte ohne Grenzen hat Erfahrungen wie die jener Migrantin gesammelt und im Bericht „Das Leid der Migration“ veröffentlicht, gemeinsam mit Empfehlungen für eine menschliche Versorgung, die den medizinischen und humanitären Bedürfnissen dieser Menschen gerecht wird. Wir sind aufgrund unserer Erfahrungen in den Hilfsprogrammen überzeugt, dass es einen angemessenen, einen menschlichen Umgang mit in Europa ankommenden Menschen braucht – daher unterstützen wir die Privatinitiative „Gegen Unmenschlichkeit“. 20.000 Unterschriften unter der Petition sind greifbar nah – hoffentlich werden es noch viele mehr. Details zur Kampagne und die Petition für eine menschliche Asylpolitik auf gegen-unmenschlichkeit.at

Kommentare

Frisee Ulrich
Hoffentlich wird bei den Politikern/Innen ein Meinungswandel zu mehr Menschlichkeit ausgelöst!

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