Judith Mader18.09.2013

Field Day

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Heute steht erneut ein Field Day auf meinem Plan. Field Day bedeutet, dass wir in eines unserer 10 Health Centers fahren, um dort unsere Medikamente zu liefern. Seit einiger Zeit nutze ich in der Früh die Chance zu Fuß zur Arbeit gehen zu können. Ich genieße diese Freiheit, da ich weiß, dass es nicht unbedingt selbstverständlich ist, dass dies ohne weiteres möglich ist. Auf meinem Weg liegt ein verlassenes Gebäude – eine ehemalige Schule, soweit ich das erkennen kann. Dort begegnen mir jeden Tag zwei Kinder, ein kleines Mädchen und ein etwas älterer Junge. Die Kleine springt jedes Mal auf, wenn sie mich sieht, und winkt mir begeistert zu, der Junge wirft mir Kusshände zu. Leider kann ich nicht verstehen was sie sagen, doch diese Begegnung, die schon irgendwie zur Routine geworden ist, hinterlässt jedes Mal ein Lächeln auf meinen Lippen.

Morgenroutine in der Apotheke

Nach der Ankunft in der Apotheke wickle ich zuerst das morgendliche Geschäft ab. Dringende Lieferungen werden abgeholt, die Kühllagermöglichkeiten ausgeteilt, u.s.w. Dann endlich so gegen neun Uhr ist der morgendliche Ansturm vorbei. Mittlerweile ist auch unser Fahrer mit dem überdachten Pickup eingetroffen. Mit seiner Hilfe geht das Einladen der rund 30 Kartons sehr rasch. Er ist es, der dafür sorgt, dass unsere Ladung sicher verstaut ist. Heute dauert unsere Fahrt mehr als eine 1 Stunde und die Straße ist auf dieser Strecke in einem selbst für malawische Verhältnisse nicht besonders guten Zustand. Glücklicherweise herrscht in Malawi gerade Trockenzeit. Ich bin mal gespannt, wie wir die Strecke zurücklegen, wenn die Regenzeit einsetzt. Aber bis dahin vergehen noch ein paar Monate.

Mit dem Pickup durch malawische Dörfer

Nachdem wir unseren Pickup beladen haben, geht es los. Unser Weg führt uns durch zahlreiche kleine Dörfer. Im ein oder anderen ist gerade Markt und es herrscht ein reges Treiben auf der Straße. Spielende Kinder, die aufspringen und winken, sobald sie uns sehen. Mein Fahrer erklärt mir, dass das Winken und das Lachen mir gelten, schließlich sind Weiße in dieser abgelegenen Region eher selten. Ich muss lächeln – irgendwie ein ungewohntes Gefühl, für diese Menschen offensichtlich was Besonderes zu sein. Ich nutze die Fahrt um mir die Umgebung anzusehen. Es ist faszinierend für mich zu sehen, wie rasch sich die Vegetation und auch die Landschaft verändern. War der eine Landstrich noch eben, trocken und steinig, so passiert man ein paar Kilometer weiter schon eine Bergflanke an deren Fuß sich dichtere Vegetation befindet. Hier wachsen unter anderem Bananen, Zuckerrohr und Mais.

Medikamentenausgabe im Health Center

Schneller als erwartet ist die Fahrt zu Ende und wir sind im entlegensten Health Center angekommen. Geduldig warten die Patienten vor dem Ausgabefenster, um ihre Medikamente in Empfang zu nehmen. Hier begegnen mir erstaunte und teilweise kritisch dreinblickende Menschen unterschiedlichen Alters. Gemeinsam mit meinem Fahrer entladen wir die Ware und schaffen sie in das Depot. Mit dem Verantwortlichen des Health Centers überprüfe ich die Menge der bestellten Waren, bevor wir sie sorgfältig verstauen. Nachdem alle Fragen geklärt sind, steigen wir wieder in unseren Pickup und machen uns auf den Heimweg. Heute müssen wir einen Umweg über ein weiteres Health Center nehmen, da wir noch etwas abholen müssen. Aber auch diese Fahrt vergeht wie im Flug. Am frühen Nachmittag sind wir wieder in der Apotheke. Dort wartet schließlich eine Menge Arbeit für den Nachmittag auf mich…


Zur Fortsetzung: "Field Day 2"

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