Michaela Posch10.11.2014

Endlich angekommen! Yida und mein Weg dorthin.

6 Kommentare

Die letzten Tage waren sehr ereignisreich, denn der Weg zu meinem Einsatzort führte zuerst von Dornbirn nach Paris und Bordeaux, bis es über die Hauptstadt Juba dann mit einem kleinen Buschflugzeug nach Yida ging.

Buschflugzeug will heißen, dass irgendwie auf einmal sieben statt sechs Personen für den Flug gebucht worden sind, und wir alle vom Pilot persönlich noch einmal auf die Waage gestellt wurden, bevor es dann endlich losging.

Der Flug über den Südsudan war beeindruckend: weite Savannenlandschaft, und während eines zweieinhalbstündigen Fluges haben wir niemals ein sichtbar bewohntes Gebiet überflogen, kein Dorf weit und breit. Erst im Landeanflug wurden Hütten sichtbar. Schließlich landeten wir in einem der größten Flüchtlingslager der Welt: Yida.


Die Landebahn in Yida - auf Instagram festgehalten von MSF-Kollege Mathieu Fortoul

Hier wohnen aktuell 71.000 Menschen, vertrieben aus ihrer Heimat, dem Gebirge in Südkordofan, Sudan. Seit 2012 ist Ärzte Ohne Grenzen hier aktiv und es gibt reichlich zu tun: Es kommen ca. 1.800 Patienten jede Woche zur Untersuchung, ca. 100 Patienten befinden sich zurzeit längerfristig in den stationären Betten. Dafür stehen wir mit einem Team von 2 Ärzten, 2 Krankenschwestern und 4 anderen Mitgliedern (mich mitgerechnet) zur Verfügung - mit der großartigen Unterstützung von vielen lokalen Angestellten, von Pflegehelfern bis zu unseren Köchinnen.

Das Leben der Menschen hier ist schwer zu beschreiben, es ist wohl der stärkste Kontrast den es nur geben kann – zu dem, was wir in Europa haben. Es ist ein Flüchtlingslager, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen kennt, doch die Stimmung ist trotz tödlicher Krankheiten*, Armut und Mangelernährung gut. Jeden Abend hört man die Leute singen und sie freuen sich jedes Mal, wenn sie eine weiße Person sehen.

Dementsprechend ist auch unsere Unterkunft einfach: jeder von uns hat ein eigenes Zelt, die Duschen sind ein Schlauch hinter einer Plane und statt Toiletten gibt es auch für uns Stehlatrinen. Das klingt jetzt schlimmer als es ist, denn es gibt wohl nichts Romantischeres als eine Dusche unter Sternenhimmel, alles ist sauber und gepflegt, man fühlt sich hier einfach wohl. Unser Team ist total super, wir bekommen gutes Essen und wir verbringen gerne unsere Abende gemeinsam.

Soweit bin ich also gut angekommen, ich freue mich auf die nächsten Monate an diesem spannenden Ort. Über meine Arbeit und das Leben hier werde ich dann ein anderes Mal berichten.

Liebe Grüße aus dem Südsudan!

* Nein, kein Ebola, ein Blick auf eine Landkarte verrät, dass diese Krankheit ganz woanders tobt. Nichtsdestotrotz wurde ich auf meiner Reise zweimal gescannt - und unsere Patienten sterben weiterhin an Malaria, Durchfallerkrankungen, Kala Azar oder einfach nur an Hunger.

Kommentare

schwärzler gabi
michi ich wünsche dir von herzen dass dein helfen viel gutes bewirkt. alles gute und pass gut auf dich auf. freue mich azf deinen nächsten bericht! alles liebe bussi gabi
Padrutt Guillaumet
Bon courage - ich weiss, was so ein Einsatz heisst aus eigener Erfahrung und deshalb unterstütze ich MSF schon seit Jahren.
Harald Geiger
Gerade frisch aus Assam zurück und zudem mit den Eindrücken von Dave Eggers aus what is what beschäftigt wünsche ich dir alles Gute für deine Arbeit... Harald
Elisabeth Geierhofer
Ich wünsche ihnen viel Kraft für die Zeit ihres Eisatzes und freue mich schon auf den nächsten Artikel.
Viktoria Eller
Schön zu hören dass du guad angekommen bist :-)! Und sind scho gspannt auf weitere Berichte aus da Ferne! Alles Liebe! Vicky und Christian
Veronika Geiger
Wir sind einfach nur ganz stolz auf dich und dass du dich getraut hast. Alles Liebe Veronika und Harald

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