Österreich

Ärzte ohne Grenzen auf der ARS Electronica 2016

Im Rahmen des diesjährigen Ars Electronica Festivals zeigt Ärzte ohne Grenzen Österreich, welche Rolle technische Neuerungen und innovative Lösungen bei humanitären Hilfseinsätzen spielen. Eine originalgetreu ausgestattete Feldklinik, Videos und Virtual-Reality-Ausrüstung ermöglichen Festivalbesuchern Einblick in die Arbeit humanitärer Helfer in Krisengebieten.

Wie findet man auf Satellitenbildern Menschen in Not? Wie helfen 3D-Drucker beim Design von Krankenhäusern in einem Krisengebiet? Und wie sieht es eigentlich wirklich in einem Flüchtlingslager aus? Antworten auf diese Fragen finden Interessierte beim diesjährigen Ars Electronica Festival in Linz. Ärzte ohne Grenzen nimmt das Festival-Motto „Alchemisten unserer Zeit“ als Anlass, das Zusammenspiel von Medizin, Forschung und Innovation zu thematisieren. Die Hilfsorganisation präsentiert eine Auswahl der innovativen Lösungen, die in Krisengebieten eingesetzt werden, um die medizinisch-humanitäre Hilfe zu verbessern.

 „Derzeit versorgt Ärzte ohne Grenzen in rund 70 Ländern Millionen Menschen in Not. Bei dieser Arbeit spielen Innovationen eine wichtige Rolle: Sie helfen uns dabei, die Hilfe zu optimieren und eine bessere Versorgung unserer Patienten zu gewährleisten, die häufig in den abgelegensten und gefährlichsten Regionen dieser Welt leben. Wir freuen uns, einige unserer Ansätze bei der diesjährigen ARS Electronica vorstellen zu können“, sagt Mario Thaler, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich.

Einblick in Hilfsprogramme via 360°-Erlebnis

Im Rahmen des Festivals baut Ärzte ohne Grenzen in der Post City eine Feldklinik auf, wie sie auch in Krisengebieten und Flüchtlingslagern im Einsatz sind. Mithilfe der originalgetreuen Ausstattung wird erklärt, wie mit einfachen Mitteln medizinische Hilfe gewährleistet werden kann – und wie die Logistik funktioniert, die dahinter steht. Auf der Medieninfrastruktur „GeoStage“ der Ars Electronica Solutions, sowie auf speziellen Videoboxen geben zahlreiche kurze Filme Einblick in unterschiedliche Hilfseinsätze der Organisation rund um den Globus. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der #NotATarget-Kampagne, mit der Ärzte ohne Grenzen Angriffe auf Krankenhäuser in Kriegsgebieten thematisiert.

Einen besonders realistischen Einblick in die Hilfsprogramme bietet ein 360°-Erlebnis: Mit Virtual-Reality-Brillen können Festivalgäste sich in das Leben syrischer Flüchtlinge in Jordanien versetzen oder einen Psychologen bei seiner Arbeit in Tansania begleiten. Außerdem können Besucher entdecken, wie Drohnen bei der Behandlung von Tuberkulose-Kranken in Papua-Neuguinea helfen und wie Ärzte ohne Grenzen die Smartphone-App „MapSwipe“ einsetzt, um via Crowdsourcing detaillierte Landkarten zu erstellen – und so „vergessene“ Regionen auf die Landkarte zu setzen.

Panel-Diskussion „Weltlabor“

Innovationen sind auch Thema bei der Panel-Diskussion „Weltlabor“, die am Freitag 9. September in der Post City stattfindet. Für Ärzte ohne Grenzen nimmt Edith Rogenhofer teil, die sich mit Geoinformatik und dem Einsatz innovativer Werkzeuge beschäftigt und über die wachsende Bedeutung satellitengestützter GIS-Lösungen bei humanitären Hilfseinsätzen berichten wird. „Wir sind stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, unsere Arbeit zu verbessern“, so Rogenhofer. „Ärzte ohne Grenzen arbeitet in einem Umfeld, das sich ständig verändert; da darf man selbst nicht stehen bleiben.“

Alle Informationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite:

Ars Electronica Festival 2016

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