“Ärzte ohne Grenzen: Dem Leben verschrieben“ im TV

Ein österreichisches Kamera-Team hat Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen bei ihren Einsätzen begleitet, um ihre Arbeit in Krisengebieten zu dokumentieren. Die acht Episoden der Fernsehserie wurden vom 13. Jänner bis 6.März 2014 auf Servus TV ausgestrahlt. Jetzt sind sie online in der Mediathek abrufbar.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen treten zwar oft in Medien auf und berichten über Konflikte, Ernährungskrisen oder Naturkatastrophen. Dennoch stehen sie selbst nur selten im Mittelpunkt des Interesses, geht es ihnen doch meist darum, die Öffentlichkeit auf humanitäre Notlagen hinzuweisen.

Persönliche Eindrücke von Einsatzkräften

Die neue TV-Serie Ärzte ohne Grenzen : Dem Leben verschrieben geht nun der Frage nach, wie die Einsatzkräfte die Situation vor Ort persönlich wahrnehmen. Welche Herausforderungen gibt es, wie sieht der Alltag aus? Was bewegt eine Ärztin, einen Wassertechniker oder eine Psychotherapeutin überhaupt dazu, mehrere Monate in einem Krisengebiet zu verbringen? „Wir wollten die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen durch die Augen der internationalen Mitarbeiter beschreiben", erklärt Stefan Tauber, Regisseur und Kameramann von „Dem Leben verschrieben". „Dafür war es wichtig, möglichst nah an ihnen dran zu sein, sowohl im Einsatzland als auch zuhause, um so ihre Realität und ihre Motivation zu beschreiben."

Vom Südsudan nach Paraguay: 10 Hilfsprogramme dokumentiert

Seit September 2012 hat Tauber mehr als zehn Hilfsprogramme von Ärzte ohne Grenzen besucht, einige davon mehrmals. Die Dokumentationsreihe folgt unter anderem einem niederländischen Arzt, der im Flüchtlingslager Batil im Südsudan gegen einen tödlichen Hepatitis-E-Ausbruch ankämpft. Es wird gezeigt, wie er mit dieser schwierigen Situation umgeht, und wie er später die Rückkehr in sein „normales" Leben und in seinen Beruf in einem modernen Krankenhaus in Holland erlebt. Im Nordirak wird eine österreichische Psychotherapeutin bei ihrer Arbeit mit syrischen Flüchtlingskindern gezeigt, während im Tschad die Tätigkeit in einem Nothilfeprogramm für akut mangelernährte Kinder dokumentiert wird. In Paraguay und der Demokratischen Republik Kongo wiederum stehen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Mittelpunkt, die gegen die vernachlässigte Krankheit Chagas und gegen die Schlafkrankheit im Einsatz sind. Anhand der porträtierten Personen wird ein realistisches Bild der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen vermittelt, bei dem auch Raum für eine kritische Auseinandersetzung frei gelassen wird.

"Ärzte ohne Grenzen: Dem Leben verschrieben"

Doku-Filmer Stefan Tauber berichtet, dass er anfangs überrascht war, wie die Wirklichkeit vor Ort ist, „wie sich ein Flüchtlingslager tatsächlich anfühlt", und auch wie naiv der europäische Blick auf Menschen in afrikanischen Ländern oft ist. Der Wiener, der die TV-Serie gemeinsam mit Ramon Rigoni (Schnitt und Regie) produziert hat: „Unser ursprünglicher Gedanke war eigentlich, einen „Rookie", also einen Neuling, beim ersten Einsatz zu begleiten und durch seine Augen die Realität eines Ärzte ohne Grenzen -Einsatzes zu zeigen. Im Laufe der Dreharbeiten habe ich aber festgestellt, dass in Wahrheit ich selbst dieser Neuling war, der die Organisation immer besser kennengelernt hat, mit allen Höhen und Tiefen. Die Idee ist, dass jeder Zuschauer diese Erfahrung mitmachen kann."

„Ärzte ohne Grenzen: Dem Leben verschrieben" wurde im Auftrag von Terra Mater Factual Studios verwirklicht.  Alle Folgen online in der ServusTV Mediathek abrufbar.

Weitere Infos zur Serie: www.servustv.com

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