Welt-Aids-Tag am 1.12.: Kunst, die Menschen Mut macht

01.12.2015
Khayelitsha Mural Project in South Africa
Rowan Pybus
Portrait of Thembisa Mbhobho one of the activists featured on the Khayelitsha Mural. In the lead up to World Aids Day 2015, a group of HIV positive people from Khayelitsha in Cape Town, one of the largest townships in South Africa and where over one in five adults live with HIV came together to urge young people to stand strong against the virus. Despite enormous challenges, these people are living active, creative lives, proving that HIV is in no way an automatic death sentence. They want to broadcast this positive message far and wide, to encourage others to get tested and get treatment in order to live fulfilling, healthy lives. Medecins Sans Frontieres (MSF) worked in collaboration with local artists, musicians, activists and young people living positively to help co-ordinate the painting of two giant murals on the side of OR Tambo Hall, the largest, most well-known building in Khayelitsha (previously hosting the local World Aids Day venue), and highly visible from the N1 highway out of Cape Town. It was a cooperative project led for and with the Khayelitsha people affected by HIV.

Am 1. Dezember ist der Welt-Aids-Tag 2015. Weltweit leben derzeit etwa 37 Millionen Menschen mit dem HI-Virus – 70 Prozent davon in Subsahara-Afrika. Im Township Khayelitsha, Südafrika, hat Ärzte ohne Grenzen hat mit KünstlerInnen, AktivistInnen und jungen HIV-positiven Menschen zusammengearbeitet, um Menschen darin zu bestärken, sich testen und behandeln zu lassen. Unter anderem sind so ein Song und ein riesiges Wandgemälde entstanden, das zwei HIV-AktivistInnen zeigt.

"Dieses Gemälde ist für uns. Es kommt von den Menschen aus Khayelitsha. Es wird dort viele Jahre zu sehen sein. Leute werden daran vorbei gehen und die Botschaft lesen bis sie in ihre Köpfe vorgedrungen ist. Ich mache das für Mädchen, die jünger als ich sind. So können sie aufwachsen und sehen, dass eine Frau meines Alters auf einem Wandgemälde ist, sich nicht schämt für ihren Status und andere ermutigt", so Thembisa Mbhobho, eine der beiden AktivistInnen.

Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 25 Millionen Menschen an den Folgen von Aids gestorben, allein im Jahr 2014 waren es 1,2 Millionen Menschen – fast 3.300 jeden Tag. Obwohl große Fortschritte bei der Bekämpfung von HIV/Aids zu verzeichnen sind und sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch die der Todesfälle in den letzten Jahren gesunken ist, gibt es nach wie vor große Herausforderungen.

15 Mio. Menschen in Behandlung, doch teure Therapie

So sehen beispielsweise die neuen Behandlungsrichtlinien der WHO vor, dass alle Menschen sofort nach der Diagnose lebensrettende antiretrovirale Medikamente angeboten bekommen sollen, die das Todesurteil HIV/Aids in eine lebenslange Krankheit umwandeln können. Heute haben mehr als 15 Millionen Menschen Zugang zu dieser Therapie. Dies ist zwar die höchste Zahl seit Beginn der Epidemie, allerdings werden mehr als 20 Millionen der 37 Millionen Menschen, die mit HIV leben, nach wie vor nicht behandelt. Eines der Haupthindernisse ist dabei nach wie vor der hohe Preis der Therapie – insbesondere wenn neuere HIV-Medikamente zum Einsatz kommen müssen, weil Patienten Resistenzen gegen die Ersttherapie entwickeln. Auch die Behandlung von Begleitinfektionen wie Tuberkulose und Hepatitis C wird durch teure oder veraltete Medikamente erschwert.

Seit 2002 ist der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria weltweit das wichtigste multilaterale Finanzierungsinstrument im Kampf gegen HIV/Aids. Er stellte bislang unter anderem Medikamente für die Behandlung von 8,1 Millionen Menschen mit HIV/Aids bereit.

Österreich muss sich mehr im Kampf gegen HIV/Aids engagieren

"Die Behandlung sehr viel früher anzufangen als bisher, verhindert auch weitere Ansteckungen und hilft so, die HIV/Aids-Epidemie endlich in den Griff zu bekommen", sagt Franz Luef, Verantwortlicher für humanitäre Fragen bei Ärzte ohne Grenzen Österreich. "Die Staaten müssen sich entscheiden: entweder sie ergreifen diese Chance entschlossen und investieren jetzt – oder sie setzen ihre bisherigen Erfolge wieder aufs Spiel. Auch Österreich muss endlich seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen: Österreich trägt seit jeher deutlich weniger bilaterale Mittel zum Kampf gegen HIV/AIDS bei als andere vergleichbare Staaten und zahlt nicht in multilaterale Töpfe wie den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria ein.“ 

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Posted by Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) on Dienstag, 1. Dezember 2015

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