Nigeria

Bleivergiftungen im Nordwesten Nigerias: Hunderte Kinder betroffen

In fünf Dörfern des Bundesstaats Zamfara im nordwestlichen Nigeria wurden in der ersten Jahreshälfte mehrere Fälle von Bleivergiftung bei Kindern und Erwachsenen festgestellt. Seit Juni behandelt Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit dem nigerianischen Gesundheitsministerium Kinder unter fünf Jahren und stillende Mütter – die Gruppe mit dem höchsten Risiko, eine derartige Vergiftung zu erleiden.

Die Bleivergiftungen sind eine Folge der hier üblichen Praxis, Gold aus bleihaltigem Erz zu gewinnen (vgl. Bericht vom Juni dieses Jahres ). Mitte August dieses Jahres hat Ärzte ohne Grenzen zwei weitere Dörfer identifiziert, die durch Blei kontaminiert sind. Ärzte ohne Grenzen führt derzeit bei den am stärksten verwundbaren Patienten  - in erster Linie bei Kindern aus drei der betroffenen Dörfern – eine sogenannte Chelat-Therapie zur Entgiftung durch und wird diese Behandlung in den nächsten Monaten fortführen. Insgesamt hat Ärzte ohne Grenzen bisher 400 Kinder behandelt, 100 sind noch in den zwei dafür eingerichteten Behandlungszentren in Anka und Bukkuyum in Behandlung. Die Therapie ist jedoch nur dann wirksam, wenn die Patienten nicht an die verseuchten Stätten zurückkehren. Die Dekontaminierung der Dörfer, die von der auf die Beseitigung von Umweltschäden spezialisierten Firma „Terragraphics“ durchgeführt wird, ist jedoch ein langwieriger Prozess, der wegen der Regenzeit im August unterbrochen wurde. Aufgrund der Tatsache, dass in zwei weiteren Dörfern eine Kontaminierung mit Blei festgestellt wurde, ist zu befürchten, dass die Problematik der Bleivergiftungen in Zamfara ein weitreichenderes Problem sein könnte als bisher angenommen.

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