Niger

Cholera-Epidemie – Ärzte ohne Grenzen behandelt 240 Betroffene

Nach einem Cholera-Ausbruch in dem Gebiet nördlich der nigrischen Hauptstadt Niamey hat Ärzte ohne Grenzen zwei spezielle Behandlungszentren eingerichtet. Seit Mitte Mai haben die Teams in den Ortschaften Mangaïzé und Ayorou 240 Patienten behandelt. Sechs Menschen sind der Krankheit bereits zum Opfer gefallen. Ärzte ohne Grenzen ist die einzige Organisation, die in der Region Cholera behandelt.

„Sobald die Epidemie gemeldet wurde, hat Ärzte ohne Grenzen umgehend ein Cholera-Behandlungszentrum eröffnet“, berichtet Benoit Kayembé, Einsatzleiter von MSF im Niger. „Wir haben gegenwärtig 100 Betten in Ayorou und 50 weitere in Mangaïze. Neben der Pflege der Kranken, bei der es vor allem darum geht, den Patienten wieder Flüssigkeit zuzuführen, machen die Teams aktiv Cholerafälle ausfindig, führen in den betroffenen Dörfern Informationskampagnen durch und verbessern die Einrichtungen an den Wasserstellen. Die Patienten stammen aus Lagern mit malischen Flüchtlingen, aber vor allem auch aus den umliegenden Dörfern.“

Angst vor Ausbreitung in die Hauptstadt

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind beunruhigt über die Nähe des Choleraherds zum Fluss Niger, der von Norden nach Süden fliesst, wo sich auch die Hauptstadt befindet. „Es ist damit zu rechnen, dass sich die Krankheit ausbreitet und Niamey erreichen wird“, vermutet Kayembé. „Bereits im Jahr zuvor hatte diese Region mit Cholera zu kämpfen. Dies begünstigt zusammen mit den Vertreibungen von Bevölkerungsgruppen die Ausbreitung der Krankheit auf andere Gebiete.“

Ärzte ohne Grenzen ist im Niger insbesondere in den Bereichen Mangelernährung bei Kindern sowie Mutter-Kind-Gesundheit aktiv und arbeitet eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen. Die Organisation ist in verschiedenen Gesundheitszentren und Krankenhäusern in den Regionen Maradi, Tahoua, Zinder und Agadez tätig. Ärzte ohne Grenzen kümmert sich außerdem um die medizinische Versorgung von Migranten und Vertriebenen in der Region Agadez und unterstützt die Gesundheitsbehörden bei Notfällen.

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