Tschechische Republik

COVID-19: Mobile Teams im Einsatz in tschechischen Pflegeheimen

In der Tschechischen Republik unterstützt Ärzte ohne Grenzen derzeit die Corona-Maßnahmen in Pflegeheimen im ganzen Land und arbeitet dabei mit dem Ministerium für Arbeit und Soziales zusammen. Seit Anfang November schulen die Teams von Ärzte ohne Grenzen Heimpersonal, das an vorderster Front an der COVID-19 Reaktion beteiligt ist, in Maßnahmen zur Infektions- und Präventionskontrolle. 

„Unsere Teams haben evaluiert, wie Ärzte ohne Grenzen angesichts der sich zuspitzenden Situation in der Tschechischen Republik die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen unterstützen kann", erklärt Pavel Gruber, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen. "Wir haben dann festgestellt, dass die Unterstützung bei der Infektions- und Präventionskontrolle in Pflegeheimen am meisten bringen würde.“

Mobile Teams in Pflegeheimen

Anfang November gehörte die Tschechische Republik zu den drei Ländern weltweit mit der höchsten Zahl an COVID-19-Fällen pro einer Million Menschen. Die Krankheit breitet sich unter älteren Menschen besonders schnell aus. Personal in Pflegeheimen, das nicht immer medizinisch ausgebildet ist, muss oft Maßnahmen zur Prävention und Eindämmung von Infektionen ohne oder mit nur wenig Anleitung und Vorkenntnissen durchführen.

Zwei mobile Teams, bestehend aus einer Krankenpflegerin und einem Logistiker, sind im Einsatz. Sie besuchen Pflegeheime im ganzen Land und geben Rückmeldungen und Tipps. Sie stützen sich dabei auf die Expertise von Ärzte ohne Grenzen im weltweiten Umgang mit Infektionskrankheiten sowie auf die Erfahrung von Ärzte ohne Grenzen bei der Unterstützung von Pflegeheimen während der ersten Welle von COVID-19 in Spanien, Belgien und anderen Ländern Anfang dieses Jahres.
„Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeheimen ist dies oft die erste Gelegenheit, die von ihnen eingeführten Maßnahmen zu besprechen", sagt Pavel Dacko, ein Logistiker von Ärzte ohne Grenzen mit Einsatzerfahrung in Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, Niger und dem Tschad. „Sie können sich so mit jemandem austauschen, der einen Blick von außen hat. Es ist auch eine Gelegenheit für eine Evaluierung.“

„Wir gehen durch das Pflegeheim und planen mit dem Personal, wie 'saubere' und 'schmutzige' Zonen eingeführt werden können, ob es Isolierräume gibt, wo das Personal seine Schutzkleidung anzieht und wo es sie danach wieder entsorgt. All das müssen wir vor Ort sehen, denn so entstehen die besten Ideen“, erläutert Krankenschwester Tereza Pokorná.

23 Pflegeheime in zwei Wochen

In den ersten zwei Einsatzwochen von Ärzte ohne Grenzen besuchten die beiden mobilen Teams 23 Pflegeheime, hauptsächlich in den Regionen Pilsen und Südmähren. Jetzt weiten sie ihre Unterstützung auf andere Regionen aus und planen, in der kommenden Woche weitere zwölf Pflegeheime zu besuchen. 

Neben der Vor-Ort-Unterstützung durch die mobilen Teams hat Ärzte ohne Grenzen auch eine Website eingerichtet, die Unterlagen für medizinische und nicht medizinische Fachkräfte anbietet, die in der Bekämpfung von COVID-19 tätig sind. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen unterstützt Ärzte ohne Grenzen auch die psychologische Hilfe für Helferinnen und Helfer an vorderster Front. 

Derzeit konzentriert sich der Einsatz von Ärzte ohne Grenzen in der Tschechischen Republik auf Pflegeheime. Die medizinische Nothilfeorganisation beobachtet die Situation für Risikogruppen aber genau, um bei Bedarf die Hilfe auszuweiten. 

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