Elfenbeinküste

Elfenbeinküste: Opfer der Kämpfe behandelt

Während der Kämpfe, die am 3. Jänner 2011 in der Stadt Duékoué im Westen von Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) ausgebrochen waren, wurden zahlreiche Menschen verletzt. Mehr als 12.000 Bewohner wurden vertrieben. Teams von Ärzte ohne Grenzen unterstützten das städtische Krankenhaus und behandelten innerhalb von fünf Tagen 53 Verletzte. Zudem leistet Ärzte ohne Grenzen in Vertriebenenlagern Basisgesundheitsversorgung.

Seit dem 3. Jänner 2011 unterstützt Ärzte ohne Grenzen das städtische Krankenhaus, aus dem ein Großteil des medizinischen Personals verschwunden war. Bis zum 7. Jänner 2011 versorgte ein chirurgisches Team mehr als 53 Verwundete. Zwei Patienten starben an ihren Verletzungen. Derzeit setzt Ärzte ohne Grenzen den Operationssaal in Stand und arbeitet an einer Verbesserung der Wasserversorgung im Krankenhaus. Das medizinische Team wird die technische Unterstützung für das Krankenhaus in den kommenden Tagen fortsetzen.

Basisgesundheitsversorgung für Vertriebene

Im Laufe des Wochenendes hat sich die Lage vor Ort beruhigt. Dennoch bleiben zahlreiche Menschen weiterhin vertrieben. Seit Donnerstag, dem 6. Jänner, führt ein Team von Ärzte ohne Grenzen in einem provisorischen Notlager außerhalb von Duékoué, in dem sich 12.300 Vertriebene versammelt haben, jeden Tag durchschnittlich 50 Konsultationen durch. Die Menschen leiden vor allem an Malaria und Bluthochdruck. Sieben Patienten mussten in ein Krankenhaus überwiesen werden.

Ärzte ohne Grenzen wird die ambulanten Aktivitäten in dem Lager vermutlich noch einige Wochen lang fortsetzen. Die Möglichkeiten, ein Projekt aufzubauen, werden vom Ausmaß der gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen abhängen.

Ärzte ohne Grenzen eröffnete im Jahr 1991 das erste Projekt in Côte d'Ivoire. Die Teams leisteten in dem Gefängnis MACA in Abidjan, in der Stadt Bouaké und im Westen des Landes Basisgesundheitsversorgung (ambulante Versorgung, Impfungen) sowie sekundäre Gesundheitsversorgung (u. a. Chirurgie und Pädiatrie) und führten zudem ein Ernährungs- und ein Tuberkuloseprogramm durch. Ärzte ohne Grenzen schloss die Projekte im September 2007, nachdem sich die Lage im Land stabilisiert hatte.

Teilen

Vervielfältigen