Demokratische Republik Kongo

Ebola: Ärzte ohne Grenzen entsendet Teams zu neuem Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo

Kinshasa/Berlin, 26. August 2014. Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Bekämpfung des kürzlich bestätigten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Die Organisation entsendet Ärzte, Krankenpfleger, Logistikexperten und Hygienespezialisten in das Epizentrum des Ausbruchs in der Provinz Equateur im Nordwesten des Landes und schickt medizinisches Material.

„Wir haben am Sonntag die Bestätigung erhalten, dass vier der Blutproben, die unsere Mitarbeiter vergangene Woche genommen haben, positiv auf das Ebola-Virus getestet wurden", sagt Jeroen Beijnberger, der medizinische Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo. „Wir haben schnell reagiert, um die Patienten rasch zu isolieren, bei denen das Virus bestätigt wurde oder die als Verdachtsfälle gelten. Wir starten auch das Nachverfolgen ihrer Kontaktpersonen, um mögliche Ebola-Symptome schnell zu erkennen."

Ärzte ohne Grenzen errichtet ein Ebola-Zentrum in Lokolia, dem von dem Ausbruch am stärksten betroffenen Gebiet im Gesundheitsbezirk Boende und arbeitet eng mit dem kongolesichen Gesundheitsministerium zusammen. „Unser Hauptziel ist es, alles zu tun, um eine Ausbreitung zu stoppen und andere Menschen vor dem Virus zu schützen", sagt Beijnberger.

Es wurde keine Verbindung mit dem Ebola-Ausbruch in Westafrika festgestellt, obwohl das nicht kategorisch ausgeschlossen werden kann. „Für den Moment betrachten wir diesen gleichzeitig auftretenden Ausbruch als unglücklichen Zufall", sagt Beijnberger. „Wir versuchen, den Ursprung des Ausbruchs zu bestätigen, aber zu diesem Zeitpunkt deutet nichts auf eine direkte Verbindung mit der Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone hin."

Bei der ersten Reaktion auf einen neuen Ausbrauch von hämorrhagischem Fieber ist die oberste Priorität der Schutz von Patienten und Gesundheitspersonal. Eine gute Koordination wird ebenso benötigt, um sicherzustellen, dass alle – von der höchsten Regierungsebene hin zu den lokalen Gemeindevorstehern und Dorfältesten – korrekte und zielführende Informationen an die Bevölkerung weitergeben. Darunter fällt etwa, dass Beerdigungsteams angemessene Maßnahmen zur Infektionskontrolle beachten und die Suche nach Kontaktpersonen sowie die epidemiologische Überwachung rasch und effizient verläuft, um eine Ausbreitung des Ausbruchs zu verhindern.

„Normalerweise wäre es uns möglich, Expertenteams gegen hämorrhagisches Fieber zu mobilisieren, doch diese sind augenblicklich im Einsatz gegen die massive Epidemie in Westafrika", sagt Beijnberger. „Dies verringert unsere Kapazitäten und damit die Möglichkeiten, auf die Epidemie in der Provinz Equateur zu reagieren. Andere Organisationen müssen sich stärker engagieren und es müssen gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, um das Gesundheitsministerium zu unterstützen: Wir werden dies nicht alleine bewältigen können."

Weitere Informationen:  Details zu Ebola  und  häufig gestellte Fragen

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