D. R. Kongo

Ebola im Kongo weitet sich auf Millionenstadt Goma aus

Ein Jahr nach dem größten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist die Epidemie immer noch nicht unter Kontrolle. Die Bilanz ist erschreckend: Mehr als 2.600 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, 1.700 Menschen sind bereits gestorben.

In den Provinzen Ituri und Nordkivu ist die Zahl an wöchentlich neu gemeldeten Fällen mit 80 bis 100 konstant hoch. Nur etwa die Hälfte davon können als Kontakte zu früheren bestätigten Fällen identifiziert werden. Das erschwert eine rechtzeitige Versorgung der Betroffenen, die Impfung von Identifizierten und erhöht das Übertragungsrisiko. Inzwischen hat sich das Virus geographisch ausgebreitet: In Uganda gab es im Juni den ersten Ebola Patienten, in der Millionenstadt Goma bereits den dritten bestätigten Fall. Auf Grund der sich zuspitzenden Situation hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Die Bevölkerung kämpf derzeit mit einer Vierfachkrise

Ebola ist nur eine Krise von vielen - in der Provinz Ituri sind aktuell Hunderttausende gefährdet. „Leider ist es nicht das erste Mal, dass der Bedarf an humanitärer Hilfe im Land riesengroß ist", erklärt der Einsatzleiter Dr. Moussa Ousman. Aber das gleichzeitige Auftreten von Gewaltausbrüchen und Vertreibungen, einer Ebola-Epidemie sowie einem Anstieg von Malaria- und Masern-Fällen stellt Helferinnen und Helfer vor extreme Herausforderungen.

Für viele Menschen ist die Hauptsorge daher nicht Ebola, sondern eine von vielen. Daher ist es wichtig, Maßnahmen gegen die Epidemie in das bestehende Gesundheitssystem zu integrieren.

 

Vertrauen für Ebola-Einsatz stärken

Nach gewaltsamen Angriffen mussten wir unsere Aktivitäten in unseren Ebola-Behandlungszentren einstellen. Auf Grund der instabilen Sicherheitslage konzentrieren sich unsere Aktivitäten derzeit auf die Leitung von Ebola-Transitzentren und die Unterstützung regulärer Gesundheitsstrukturen. Im Fokus steht insbesondere die Gewinnung von Vertrauen und Akzeptanz in der Bevölkerung. Spezielle Teams aus Gemeinde-, Gesundheits- und Hygieneberatern besuchen die Menschen in ihren Wohnorten, um über das Virus aufzuklären und um für die notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen Ebola zu sensibilisieren.

„Ebola ist eine schreckliche Krankheit, die Angst auslöst und zur Isolation von Patienten und Patientinnen, ihren Familien und Gesundheitspersonal führt“, sagt Joanne Liu, unsere internationale Präsidentin.

„Der Umgang mit Ebola muss patientenzentriert und auf die Gemeinschaften zugeschnitten sein. Kranke müssen als Menschen behandelt werden und nicht als eine Art biologische Gefährdung.“

 

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