Guinea

Einsatz gegen die Ebola-Epidemie

Die Notfallteams der internationalen medizinischen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) setzen alles daran, die Ebola-Epidemie in Westafrika einzudämmen. Derzeit sind in Guinea, Sierra Leone und Liberia 676 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen gegen die Krankheit im Einsatz. Die Organisation warnt, dass ihre Personalkapazitäten ausgeschöpft sind und es dringend notwendig ist, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Gesundheitsbehörden und andere Hilfsorganisationen ihre Aktivitäten aufstocken.

Nach Angaben der WHO sind seit dem Ausbruch der Krankheit im März 932 Menschen an der Krankheit gestorben. In den vergangenen Wochen haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen eine besorgniserregende Ausbreitung der Epidemie beobachtet. Die Zahl der Verdachtsfälle in Sierra Leone und Liberia ist dramatisch angestiegen, die Krankheit breitet sich derzeit in weitere Dörfer und Städte aus.

Guinea

In Guinea betreibt Ärzte ohne Grenzen zwei Ebola-Behandlungszentren: Eines in der Hauptstadt Conakry, und ein weiteres in Guéckédou, im Südwesten des Landes wo der Ausbruch seinen Ursprung hatte. Nach einem leichten Rückgang neuer Verdachtsfälle hat es in den vergangenen Wochen wieder eine Zunahme bei den Neuinfektionen und Todesfällen in Guinea gegeben. Derzeit behandelt Ärzte ohne Grenzen 17 Patienten in Conakry und neun in Guéckédou.

Im Südwesten des Landes, an der Grenze zu Liberia, unterstützt Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden im Transit-Zentrum in Macenta. Ebola-Patienten werden von hier mit Rettungswagen zur Behandlung nach Conakry oder Guéckédou überstellt. Die Patienten kommen aus einem großen Einzugsgebiet, das sich bis zur Region um Nzérékoré im äußersten Süden des Landes erstreckt.

- Derzeit sind in Guinea 31 internationale und 300 guineische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Einsatz.

- In Conakry wurden bisher 232 Patienten in Behandlungszentren von Ärzte ohne Grenzen gebracht. Bei 124 Patienten bestätigte sich der Verdacht auf Ebola. 64 Patienten haben die Krankheit überstanden und wurden entlassen.

- In Guéckédou wurden bisher 366 Patienten in Behandlungszentren von Ärzte ohne Grenzen gebracht. Bei 169 Patienten bestätigte sich der Verdacht auf Ebola. 46 Patienten haben die Krankheit überstanden und wurden entlassen.

Sierra Leone

Das Ebola-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Kailahun, an der Grenze zu Guinea, wurde aufgrund der Zunahme der Verdachtsfälle erweitert und besteht jetzt aus 80 Betten. Jeden Tag werden zwischen fünf und zehn neue Patienten aufgenommen. Derzeit sind 60 Patienten in Behandlung. Am 4. August wurden neun geheilte Patienten entlassen.

200 Mitarbeiter sind in den Dörfern der Region im Einsatz, um die Bevölkerung über die Krankheit aufzuklären und den Menschen zu zeigen, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

- Derzeit sind in Sierra Leone 26 internationale und 300 sierra-leonische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Einsatz.

- Insgesamt wurden 260 Patienten in Behandlungszentren von Ärzte ohne Grenzen gebracht. Bei 174 Patienten bestätigte sich der Verdacht auf Ebola. 36 Patienten haben die Krankheit überstanden und wurden entlassen.

Liberia

Die Notfall-Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Liberia, Lindis Hurum, bezeichnet die Situation in der Hauptstadt Monrovia als „katastrophal“. Es gibt Berichte, dass sich in den vergangenen Wochen mindestens 40 Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen mit Ebola angesteckt haben. Die meisten Krankenhäuser der Stadt sind geschlossen, und es gibt Berichte, dass auf den Straßen und in Häusern Leichen liegen.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt ein Ebola-Behandlungszentrum des Gesundheitsministeriums in Monrovia und hat mit der Errichtung eines weiteren Behandlungszentrums begonnen.

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat von Guéckédou (Guinea) aus einen Einsatz in der nahegelegenen, schwer von der Epidemie betroffenen Region Lofa in Liberia gestartet.

Ärzte ohne Grenzen stockt das Team in Liberia gerade auf. Es besteht derzeit aus neun internationalen und 10 liberianischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Die Hilfsorganisation hat ihre personellen Kapazitäten aber ausgeschöpft; es ist dringend notwendig, dass die WHO, die Gesundheitsbehörden und andere Hilfsorganisationen die Hilfe in Liberia schnellstens massiv aufstocken.

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