D. R. Kongo

Erneuter Ebola-Ausbruch: Ärzte ohne Grenzen eröffnet Behandlungszentrum in Mangina

In der Region Beni, Provinz Nord-Kivu, im Nordosten der D. R. Kongo ist es am 1.8.2018 erneut zu einem Ebola-Ausbruch gekommen. Wir unterstützen das Gesundheitsministerium der D. R. Kongo bei der Bekämpfung und haben am 14.8.2018 ein Behandlungszentrum in Mangina, dem Epizentrum des Ebola-Ausbruchs, eröffnet. Stand 16.8.2018 werden dort zurzeit 37 Patienten und Patientinnen versorgt, von denen 31 positiv auf Ebola getestet wurden. Bei den übrigen handelt es sich um wahrscheinliche Fälle. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums gab es leider bereits 41 Todesfälle, bei denen der Ebola-Virus als Ursache bestätigt wurde. Es ist bereits der zweite Ebola-Ausbruch in der D. R. Kongo in diesem Jahr, nach der erfolgreich eingedämmten Ebola-Epidemie in der Äquator-Region.

Der insgesamt zehnte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde am 1.8.2018 offiziell vom kongolesischen Gesundheitsministerium bestätigt. Das Epizentrum des aktuellen Ausbruchs ist die Stadt Mangina in der Provinz Nord-Kivu im Nordosten der D. R. Kongo. In einer zügigen Reaktion entsandte das Ministerium ein Notfallteam, das bereits erfolgreich im Ebola-Einsatz in der Region Äquator gewesen war, zur Koordinierung des neuen Einsatzes nach Beni. In der 400.000 Einwohner-Stadt, die in 45 minütiger Entfernung zu Mangina liegt, wurde zudem ein Labor für Ebola-Tests eingerichtet.

Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im aktuellen Ebola-Einsatz

"Es gibt mehrere Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen", sagt Gwenola Seroux, unsere Notfall-Einsatzleiterin. "Die erste besteht natürlich darin, die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen, und dies erfordert den Schutz des Gesundheitspersonals und der Gesundheitseinrichtungen vor dem Virus. Die Impfungen, mit denen das Gesundheitsministerium beginnt, werden ein weiterer wichtiger Teil dieser Bemühungen sein."

Unsere Maßnahmen arbeiten dem kongolesischen Gesundheitsministerium zu, das die Koordination des Ebola-Einsatzes verantwortet und von der WHO unterstützt wird. Am 14.8. haben wir den Aufbau eines Behandlungszentrums mit zwölf Zelten für bestätigte Ebola-Fälle in Mangina abgeschlossen. Zurzeit werden hier (Stand: 16.8.2018) 37 Patienten und Patientinnen behandelt. Zudem besuchen wir in der Provinz Ituri, an der Grenze zu Nord-Kivu, Gesundheitszentren, um bei aufkommenden Ebola-Fällen Isolierräume einzurichten. Weiterhin führen wir Maßnahmen zur Überwachung und Infektionsprävention durch. Eine weitere wichtige Aufgabe, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen, ist die Unterstützung des regulären kongolesischen Gesundheitssystems, damit die medizinische Versorgung von Nicht-Ebola-Patienten und Patientinnen gewährleistet bleibt.

Auch andere Projekte von Ärzte ohne Grenzen in der Region haben die Alarmbereitschaft erhöht und Verfahren eingeführt, um die bestehenden Aktivitäten vor dem Risiko einer Kontamination zu schützen. Dazu gehören unsere Programme zur Versorgung von mangelernährten Patienten und Opfern sexueller Gewalt in Lubero und Bambu-Kiribizi sowie das Krankenhaus in Rutshuru. Zudem unterstützen wir das nationale Notfallteam in Uganda darin, effektive Maßnahmen zu ergreifen um eine Ausbreitung des Ebola-Ausbruchs über die Grenzen der D. R. Kongo hinweg zu verhindern.

Besonders schwierig bei diesem Ebola-Einsatz: die fragile Sicherheitslage

Die Provinz Nord-Kivu im Nordosten der D. R. Kongo ist dicht besiedelt. Die Stadt Beni, die unter Kontrolle des kongolesischen Militärs steht, liegt nur 30 Kilometer von der Grenze zu Uganda entfernt. Mehrere bewaffnete Gruppen sind in der Region aktiv. "Es ist das erste Mal, dass wir in einem Konfliktgebiet mit einem Ebola-Ausbruch konfrontiert werden", erklärt Gwenola Seroux. "Das wird die Reaktion umso schwieriger machen, insbesondere im Hinblick auf die Begrenzung der Ausbreitung der Krankheit in schwer zugänglichen Gebieten. Unsere Fähigkeit, uns auf dem Boden zu bewegen, wird begrenzt sein."

Seit 2006 sind wir in der D. R. Kongo entlang der ugandischen Grenze in verschiedenen Projekten im Einsatz. Teams auf der ugandischen Seite der Grenze haben ebenfalls reagiert und arbeiten mit den nationalen Behörden zusammen, falls eine Intervention im Nachbarland erforderlich sein sollte. Zurzeit scheint es keinen Zusammenhang mit dem vorherigen Ausbruch in der Äquator-Region zu geben, der im Juli für beendet erklärt wurde. Wir beobachten die Entwicklung des Ebola-Ausbruchs in Nord-Kivu aufmerksam und sind darauf vorbereitet, unsere Strategie jederzeit an die sich verändernden Erfordernisse anzupassen.

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