Flüchtlinge aus dem Sudan suchen Zuflucht in Grenzregion

Ärzte ohne Grenzen betreut Flüchtlinge und aus dem Sudan zurückgekehrte Menschen. Sie leben seit der Unabhängigkeit des Südsudans in zwei Städten des Landes.

In den letzten Monaten sind viele Familien vor den Luftangriffen in der sudanesischen Region Südkordofan geflohen. Sie haben in einem Flüchtlingslager in Jida, einer großen Grenzstadt im Südsudan, Zuflucht gesucht. Etwa 30.000 Flüchtlinge sind registriert, aber die genaue Anzahl der Menschen, die hier angekommen sind, ist nicht bekannt. Es kommen auch weiterhin Menschen in das Lager, da die Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan offen ist. Einige der Flüchtlinge kehren zeitweise auf der Suche nach Nahrungsmitteln in ihre Heimatregion, die Nuba-Berge, zurück. 

Durchgangslager in Renk

Andere haben in der Stadt Renk, im benachbarten Bundesstaat Upper Nile, Zuflucht gesucht. Sie sind Südsudanesinnen und Südsudanesen, die im nördlichen Sudan gelebt hatten, diesen aber nach der Unabhängigkeit des Südsudans verlassen mussten. Wie die meisten dieser repatriierten Menschen sind sie derzeit in Renk, wo sie in Durchgangslagern untergebracht sind.

Die medizinische Versorgung ist sowohl in Jida als auch in Renk eingeschränkt. Der Südsudan ist ein junges Land mit geringer Infrastruktur und nur wenigen Krankenhäusern oder Gesundheitszentren. Im November errichtete Ärzte ohne Grenzen eine Spitalseinheit mit einer Kapazität von 15 Betten. „Im Moment versorgen wir vor allem Kinder“, erklärt Projektkoordinator Dr. Michel Rasolorinira. „Es gibt viele Fälle von Durchfall und Atemwegs-Infektionen sowie an Malaria und Mangelernährung leidende Kinder.“ Im Schnitt werden vier Patientinnen und Patienten pro Tag aufgenommen. 

Ärzte ohne Grenzen übernimmt Klinik

Im Lager gibt es auch eine Klinik, die aber nicht immer in Betrieb ist. Um die regelmäßige Gesundheitsversorgung sicherzustellen, hat Ärzte ohne Grenzen die Klinik Mitte Januar 2012 übernommen. Nun sind es etwa 700 Patientinnen und Patienten pro Woche, die medizinische Hilfe suchen. 30 Prozent von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren.Ärzte ohne Grenzen unterstützt außerdem das Krankenhaus von Renk. Die Behandlung von Kindern und die Geburtshilfe sollen dort verbessert werden. Ärzte ohne Grenzen betreibt außerdem eine Klinik im Durchgangslager in Renk.

Sowohl in Renk als auch in Jida stehen die Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen auch der lokalen Bevölkerung zur Verfügung.

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