Zentralafrikanische Republik

Gewalttätiger Zwischenfall in Ndélé: Ärzte ohne Grenzen bleibt vor Ort

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Stadt, erhält Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsversorgung mit einem kleineren Team aufrecht.

Am Montag, den 10. Dezember 2012, wurde die Stadt Ndélé im Nordosten der Zentralafrikanischen Republik (CAR) das Ziel eines Angriffs der „Union des Forces Démorcatique pour le Rassemblement“, kurz UFDR. Am Morgen war es zwischen der UFDR und der in Ndélé ansässigen „Forces Armées Centrafricaines“ (FACA) zum Schusswechsel gekommen. Die UFDR übernahm die Kontrolle von Teilen der Stadt. Es wurde von einigen Opfern aus den Reihen der FACA berichtet, ein verwundeter Zivilist wurde in das Krankenhaus von Ndélé verlegt, wo sich das Ärzte ohne Grenzen-Team seiner annahm.

Vertriebene, Verletzte, Todesopfer

Die Mehrheit der Dorfbewohnerinnen und –bewohner floh vor den Kämpfen aus der Stadt. Etwa 300 bis 400 Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, halten sich derzeit auf der Flugpiste auf, die von der „Force Multinationale de l’Afrique Centrale“ (FOMAC) gesichert wird. Die „Convention des Patriotes pour la Justice et la Paix” (CPJP), eine frühere Rebellengruppe, war nicht an den Feindseligkeiten mit der UDFR beteiligt.

Ärzte ohne Grenzen bleibt

Teile des Teams von Ärzte ohne Grenzen wurden per Luftweg am 11. Dezember 2012 evakuiert. Die verbliebene Rumpfmannschaft (vier internationale und zwölf nationale medizinische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) ist weiter vor Ort und das Krankenhaus in Betrieb. Bis jetzt hat Ärzte ohne Grenzen zwei Verletzte versorgt und zwei Todesopfer gemeldet. Beide Personen waren Opfer der Auseinandersetzungen. Außerdem wurden drei vertriebene Kinder zur Behandlung in das Krankenhaus gebracht. Ärzte ohne Grenzen wird eine mobile Klinik ausschicken, um weitere Untersuchungen durchzuführen und täglich die Bedürfnisse der Menschen zu überprüfen. Wenn es in den nächsten Tagen keine weiteren militärischen Zwischenfälle gibt, ist zu erwarten, dass die Bevölkerung ohne größeren Schaden in die Stadt zurückkehren kann. Es ist anzunehmen, dass es einen Zulauf von Menschen mit Atemwegsinfektionen und Durchfall geben wird. Das Internationale Rote Kreuz, kurz ICRC, stellt Wasser für die Menschen zur Verfügung, auch mit Lebensmitteln werden sie versorgt.

Medizinische Hilfe im Land

Ärzte ohne Grenzen eröffnete das Projekt in Ndélé im Jahr 2010 und arbeitet sowohl im Krankenhaus von Ndélé als auch in acht Gesundheitseinrichtungen in der Region. Ärzte ohne Grenzen stellt etwa 52.000 Menschen kostenlose medizinische Versorgung zur Verfügung, vor allem Vertriebenen und Opfern von Gewalt. Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen umfassen sowohl Basis- als auch spezialisierte Gesundheitsversorgung, die Behandlung von Mangelernährung und vernachlässigter Krankheiten sowie Aktivitäten in entlegenen Gebieten. Alle Krankheiten werden mit einem speziellen Fokus auf Malaria behandelt, da Malaria die Haupttodesursache darstellt. Das Team von Ärzte ohne Grenzen besteht normalerweise aus acht internationalen und 155 nationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit 1997 Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik und arbeitet in sieben unterschiedlichen Projekten in sieben von insgesamt neun Distrikten. Die Organisation unterstützt sieben Krankenhäuser und 38 Gesundheitszentren in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium. Die Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik umfassen ein großes Spektrum, von der Basis- und Spezialgesundheitsversorgung, über vernachlässigte Krankheiten und Chirurgie. Da Malaria die Haupttodesursache darstellt, ist sie oft im Fokus der Projekte. Zu den Haupttätigkeiten von Ärzte ohne Grenzen in der Zentralafrikanischen Republik gehören außerdem Impfkampagnen, die Schlafkrankheit, HIV/Aids und Mangelernährung.

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