Zentralafrikanische Republik

Granatenexplosion in Bangui: Ärzte ohne Grenzen versorgt 15 Verwundete

Bangui, 13. Jänner 2014. Vergangenen Samstag haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen 15 Verwundete im Castor Krankenhaus in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui versorgt, nachdem in der Nähe des Gesundheitszentrums drei Granaten explodiert waren. Eine der Granaten detonierte versehentlich im Innenhof des Krankenhauses – ein Mitglied des Teams von Ärzte ohne Grenzen wurde leicht verletzt, musste aber nicht stationär aufgenommen werden. 

Bangui ist immer noch nicht zur Ruhe gekommen; die anhaltenden Kämpfe und Artilleriefeuer führten zu Panik in einigen Gebieten der Stadt. Es wird geschätzt, dass ca. die Hälfte der örtlichen Bevölkerung durch den Konflikt vertrieben wurde.

Menschen suchten Schutz in Krankenhaus

Eine der Verletzten ist die 23-jährige Ornella Bendolo, die nach der Explosion der Granaten in der Umgebung der Gesundheitseinrichtung in das Krankenhaus eingeliefert wurde. Es befindet sich in der Nähe einer religiösen Anlage, wo kürzlich ein Lager für Vertriebene aufgebaut wurde. „Meine ganze Familie wurde verletzt. Ein Auto fuhr vorbei und sie warfen eine Granate in unser Haus. Meine Schwester, meine Mutter und auch ein acht Monate altes Baby wurden durch die Detonation verletzt“, erzählt Ornella. Ein weiterer Verletzter, ein  Junge im Alter von 16 Jahren, erlag seinen Wunden noch bevor er in das Gemeindespital überstellt werden konnte.

Während der Kämpfe suchten rund 50 Menschen der lokalen Bevölkerung Zuflucht im Krankenhaus. Die Angriffe könnten sich gegen das Lager für Vertriebene gerichtet haben; diese Vermutung ist allerdings derzeit nicht bestätigt. Ein Verstärkungsteam von Ärzte ohne Grenzen wurde nach den Explosionen zum Krankenhaus entsandt, das es allerdings auf Grund der anhaltenden Kämpfe nicht erreichen konnte. Wenige Stunden später stellte sich unsichere Ruhe ein.

Mehr als eine halbe Million Vertriebener

Die Situation in Bangui ist weiterhin angespannt, 512.000 vertriebene Menschen befinden sich derzeit in der Stadt. Der 64-jährige Joachim Sadoun ist einer der wenigen Einwohner in der Nachbarschaft von Castor, der sich dazu entschieden hat, nicht zu flüchten, sondern sein Haus zu beschützen. „Ungefähr 3.500 Menschen haben hier gelebt – aber jetzt, nach der Gewalt von 5. Dezember, ist die Nachbarschaft verlassen“, sagt er. Joachim hat Prellungen an einer Hand und einem Bein erlitten, als er vergangenen Samstag vor den Kämpfen floh. „Ich wurde in dieser Gegend geboren und habe so etwas noch nie erlebt. Wir hatten nie Probleme – bis jetzt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Teilen

Vervielfältigen