Haiti

Haiti: Weiterhin Einsatz gegen Choleraepidemie

Auch zu Jahresbeginn 2011 verstärkt Ärzte ohne Grenzen den Einsatz gegen die anhaltende Choleraepidemie in Haiti.

Während im Land momentan Unsicherheit über die bevorstehende Neuauszählung der Stimmen bei den kürzlich erfolgten Präsidentschaftswahlen herrscht, tut Ärzte ohne Grenzen weiterhin alles, was möglich ist, um die Cholera zu bekämpfen. Kürzlich gab es Demonstrationen und sporadisch auftretende Gewalt, während in der Hauptstadt Port-au-Prince die Zahl der Cholera-Fälle zunahm und viele Menschen nach wie vor keinen Zugang zu Behandlung hatten.

Derzeit ist Ärzte ohne Grenzen in fast 50 Cholera-Behandlungszentren landesweit tätig beziehungsweise unterstützt diese Zentren. Einsatzteams beliefern außerdem Stationen, an denen Menschen mit Rehydrationsflüssigkeit versorgt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dabei auch in Gebieten, in denen sich die Epidemie noch nicht so stark ausgebreitet hat und in abgelegenen Regionen oder in Dörfern, in denen es nicht genügend Gesundheitseinrichtungen gibt.

Ärzte ohne Grenzen behandelt 57 Prozent aller Cholerafälle

Bislang wurden von Ärzte ohne Grenzen mehr als 84.500 Patienten mit Cholera behandelt. Das sind 57 Prozent aller in Haiti aufgetretenen Fälle, legt man die aktuellsten Zahlen des haitianischen Gesundheitsministeriums zu Grunde, die von 147.787 Patienten und mehr als 3.330 Todesfällen seit dem Ausbruch der Epidemie Ende Oktober ausgehen.

Ärzte ohne Grenzen führt zudem in sieben eigenen Krankenhäusern und zwei Regierungskrankenhäusern in Port-au-Prince die laufende medizinische Hilfe fort. Die Teams leisten Notfallhilfe, kümmern sich um Verwundete, Verbrennungsopfer und Risikogeburten. Außerhalb der Hauptstadt betreibt die Organisation ein Krankenhaus in Léogane und unterstützt eine öffentliche Klinik in Jacmel.

Rund 7.900 haitianische und 430 internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen arbeiten in den Programmen einschließlich der Cholera-Projekte.

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