Indonesien

Hilfe nach Naturkatastrophen in Südostasien und im Südpazifik

Mehr als 60 internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, unter ihnen Chirurgen, Krankenpfleger, Ärzte und Logistiker, leisten auf den Philippinen, in Indonesien und auf Samoa humanitäre Hilfe. 45 Tonnen medizinisches Material und Hilfsgüter sind alleine in Indonesien angekommen.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen leisten nach den Naturkatastrophen aber nicht nur medizinische Hilfe und stellen Hilfsgüter zur Verfügung, sondern integrieren auch psychologische Unterstützung für die betroffenen Menschen in ihre Arbeit. Dafür haben sie auch begonnen, lokale Berater auszubilden.

Als nach dem Erdbeben auf dem Inselstaat Vanuatu am Donnerstagmorgen eine Tsunami-Warnung ausgesprochen wurde, wuchs die Angst vor noch mehr Zerstörung. Glücklicherweise wurde nur wenig beschädigt, auf einigen Inseln wurde aber Panik ausgelöst. Ein Teil der Bevölkerung auf den Inseln Samoas ist in höher gelegene Gegenden geflohen. Das erste Erdbeben vor einer Woche, dem ein Tsunami folgte, hat 137 Menschen getötet und viele Häuser zerstört.

Therapeutische Beratung durch lokale Freiwillige auf Samoa

"Es ist offenkundig, dass die Menschen traumatisiert sind", sagt Veronique de Clerck, Nothilfekoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen auf Samoa. "Sie haben ihren ganzen Besitz verloren. Viele haben auch große Teile ihrer Familie verloren. In einer Familie, die wir getroffen haben, sind 13 Familienmitglieder gestorben. Die Menschen brauchen Zeit, um zu trauern und um ihre Verwandten und Freunde zu begraben. Nach ein paar Tagen sind sie aber wahrscheinlich bereit, sich psychologisch unterstützen zu lassen. Mobile Teams leisten selbst im Busch seelischen Beistand. "Viele Samoaner haben sich freiwillig gemeldet, um zu helfen. Das ist großartig. Ihnen fehlt aber die Erfahrung, mit den Problemen umzugehen." Ein Psychologe von Ärzte ohne Grenzen wird daher in den nächsten Tagen ein Team von Samoanern ausbilden, die dann in der Lage sein werden, andere Menschen zu beraten. Außerdem können die Helfer dann diejenigen identifizieren, die mehr professionelle Hilfe benötigen. Diese Menschen werden dann von internationalen Psychologen betreut.

"Es gibt so viele unbeantwortete Fragen"

In Indonesien sind viele Menschen verschwunden, und es gibt kaum noch Hoffnung, die Verschollenen zu finden. Es sind noch immer Körper unter den Trümmern vergraben und die Verwandten warten. "Gestern sind wir nach Tandikat gegangen, eine der am meisten betroffenen Regionen in den Hügeln von Pariaman, in der viele Dörfer durch Erdrutsche zerstört wurden. Diejenigen, die Verwandte verloren haben, warten immer noch darauf, dass die Körper gefunden werden ", sagt Marlene Lee, eine Psychologin von Ärzte ohne Grenzen. Da die meisten Straßen aber zerstört wurden, ist es schwierig schwere Räumfahrzeuge in die Region zu bringen, die unter den Trümmern suchen können. Die Menschen gehen jeden Morgen an den Ort zurück und warten den ganzen Tag auf die Suchtrupps. "Es ist ganz wichtig, dass die Menschen die Möglichkeit haben, ihre Verwandten beerdigen zu können", sagt Marlene. "Viele sind in einem sehr problematischen Zustand. Die meisten sind noch immer geschockt, sie trauern, sie haben seit langem nicht mehr geschlafen und sie haben ihren Appetit verloren. Außerdem haben sie vor dem, was kommen mag, Angst. Es gibt so viele unbeantwortete Fragen."

Schwierige Lebensbedingungen auf den Philippinen

Auch auf den Philippinen sind die Menschen mit großen Sorgen konfrontiert. Einige von ihnen haben noch keine angemessene Hilfe bekommen oder leben unter schwierigen Lebensbedingungen. Tausende Menschen sind noch in Evakuierungszentren untergebracht. Einige werden wahrscheinlich mehrere Wochen warten müssen, bevor sie nach Hause zurückkehren können, da einige Gegenden noch unter Wasser stehen. "Wir leben noch immer in einer Art Korridor. Es ist laut, windig ... kein Ort für eine Familie", sagt ein Vater in einem Evakuierungszentrum in Pasig. Eine Frau neben ihm ist besorgt, da ihr Haus zerstört wurde. "Ich weiß nicht, was ich tun soll ... Ich habe alles verloren." Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische und psychologische Hilfe für die Schutzlosesten unter den Betroffenen. Darüber hinaus verteilt die Organisation Hilfsgüter und verbessert die Wasser- und Sanitärsituation.

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