HIV-Impftests: Ärzte ohne Grenzen ist vorsichtig optimistisch

HIV-Impftests, die in Thailand an 16.000 Freiwilligen durchgeführt wurden, wiesen potentiell viel versprechende Resultate auf, da die Übertragung des Virus bei einem Drittel verhindert wurde. Ärzte ohne Grenzen begrüßt die Initiative, da sie ein neues Kapitel in der HIV-Impfforschung eröffnet.

„Da es sich hier um die ersten Impftests handelt, die überhaupt irgendeine relevante Wirkung aufweisen, gibt uns das Hoffnung für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs in der Zukunft“, erklärt Paul Cawthorne von der Medikamenten-Kampagne ‚Campaign for Access to Essential Medicines’ von Ärzte ohne Grenzen in Bangkok. „Wir begrüßen diese Neuigkeit, allerdings mit vorsichtigem Optimismus, da der potentielle Impfstoff heute nur 30 % Schutz bietet. Es gibt auch verschiedene Stränge des Virus, und es gibt keine Garantie, dass der getestete Stoff in den von HIV am stärksten betroffenen Regionen der Welt wie Sub-Sahara-Afrika auf gleiche Art und Weise wirkt.“

70 Prozent weltweit ohne Therapie

Trotz der Entwicklung eines neuen Impfstoffs darf nicht übersehen werden, dass Millionen Menschen, die bereits mit HIV infiziert sind, verzweifelt auf eine Behandlung warten. Weltweit bekommen 70 % der Menschen, die dringend eine Therapie benötigen, keine Behandlung. Selbst wenn ein wirksamer Impfstoff entwickelt wird, wird dies so bleiben.

Impfstoff muss für alle verfügbar sein

„Die Entdeckung eines Impfstoffs ist von wesentlicher Bedeutung, und wir unterstützen weitere Forschungsanstrengungen“ fügt Cawthorne hinzu. „Wenn eine wirksame Impfung entwickelt wird, müsste man sie aber allen, die gefährdet sind, zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung stellen.“

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